Verbundenheit. Warum wir ein neues Weltbild brauchen

Bei der Überarbeitung und Aktualisierung unseres Buches Verbundenheit, das 2012 unter dem etwas sperrigen Titel "Connectedness“ erschienen war, wurde mir bewusst, wie dramatisch sich die Welt in diesen wenigen Jahren verändert hat. Als ich damals mit Gerald Hüther zusammensaß, um das Buch zu konzipieren, waren wir von der Hoffnung beflügelt, dass die Welt zusammenwächst und dass die Menschen mehr und mehr erkennen, dass wir eine globale Familie sind, die auf das Innigste miteinander verbunden ist.

 

Die vergangenen Jahre jedoch haben der Welt immensen Schaden zugefügt. An allen Ecken und Enden reißen nationalistische Populisten Gräben auf und reißen dabei die Brücken ein, die zwischen den Völkern entstanden sind.

 

„Die heutige Krise wurzelt tief in unseren Einstellungen und Ansichten. Sie ist die Folge unserer Abspaltung und Trennung aus dem lebendigen Netz des Lebens“, schrieben Gerald Hüther und ich in unserem Plädoyer einer neuen Verbundenheit.

Mehr denn je gilt es gerade jetzt, gemeinsam an einer solidarischen und kooperativen Welt zu weben. Unser Buch, an dem renommierte und visionär denkende Wissenschaftler*innen aus den verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen mitwirkten, ist daher aktueller denn je.

 

„Teilhaben an einer unteilbaren Welt“ nannte der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr seinen wegweisenden Beitrag. Er, der große Visionär einer friedlichen und kooperativen Welt, lebt nicht mehr. Ihm haben wir das Buch gewidmet. Mit seiner Erkenntnis „In diesem Universum ist jedes Atom mit jedem anderen Atom verbunden“ legte er den Grundstock für eine unaufkündbare Weltsicht der Verbundenheit, in der alles mit allem verwoben und wechselseitig voneinander abhängig ist.

 

Der Soziologe Harald Welzer zeigt in seinem Beitrag „Die Revolution des Wir“ konsequent auf, dass humane Lebensformen sozial und kooperativ sein müssen, um überleben zu können. Nicht Konkurrenz und Wettbewerb, sondern Partnerschaft und Solidarität sind daher die Grundzüge einer neuen Wirtschaftsethik, wie der Ökonom Karl-Heinz Brodbeck in dem Buch aufzeigt.

 

Mit unserem Buch machen wir deutlich: Alles, was wir tun und ebenso auch das, was wir nicht tun, hat Auswirkungen auf das Ganze. Jeder und jede von uns ist verantwortlich für die Welt. Wie wollen wir mit dieser Verantwortung umgehen? Das ist die grundlegende Frage unseres Buches Verbundenheit. Warum wir eine neue Weltsicht brauchen.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Winkin (Donnerstag, 23 August 2018 22:46)

    Hallo , wie könnte ich das Buch mit Widmung erhalten?

    VG

    kdwinzig@gmail.com