Wie wir lernen, uns zu lieben

Titelgeschichte in "Welt der Frau"

Artikel von Christa Spannbauer

Zu anderen sind wir freundlich, zu uns selbst meist nicht so sehr. Denn Selbstliebe steht unter dem Verdacht, egoistisch und rücksichtslos zu machen. Doch in Wahrheit wird erst durch Selbstmitgefühl auch das Mitgefühl für andere möglich. Höchste Zeit also, sich mit sich anzufreunden.

 

Niemanden behandeln wir so schlecht wie uns selbst.“ Zu diesem überraschenden Schluss kommt die Psychologin Kristin Neff in ihren Studien über Selbstmitgefühl an der Universität Austin in Texas. Die Forschungsergebnisse aus diesem neuen Wissenschaftsgebiet belegen, dass Menschen, die gut für sich selbst sorgen, sich weit schneller von Lebenskrisen erholen, weniger zu Ängsten, Depressionen und Burn-out neigen und über mehr Selbstvertrauen verfügen. Erst eine gesunde Portion Selbstliebe verleiht uns offenbar die nötige Gelassenheit und innere Stärke für die Bewältigung des Alltags und befähigt uns dazu, unser seelisches Gleichgewicht auch in den Stürmen des Lebens nicht zu verlieren. Doch seien wir ehrlich: Oft sind wir genau davon meilenweit entfernt!

 

Wir kämpfen uns durch den Alltag, ohne Rücksicht auf uns selbst, auf unseren Körper, auf unsere Gefühle. Und wenn wir leiden, weil wir uns so unter Druck setzen, dann schelten wir uns und gehen nur noch härter mit uns ins Gericht. Wir spüren, dass uns etwas fehlt, und glauben, dass es uns deshalb fehle, weil wir uns nicht genügend angestrengt hätten. Und wenn uns ein Missgeschick widerfährt, dann tun wir nicht das Naheliegende, nämlich uns selbst trösten, sondern ganz im Gegenteil: Wir reagieren mit harscher Selbstkritik und geißeln uns noch selbst.

 

Dabei wäre unser Leben so viel leichter, wenn wir uns in schwierigen und schmerzhaften Situationen Mitgefühl und Fürsorge entgegenbringen könnten. Wenn wir uns, anstatt uns selbst anzuklagen und zu kritisieren, selbst so behandelten, wie wir es mit geliebten Menschen tun. Die wir ganz selbstverständlich in den Arm nehmen, trösten und denen wir Mut zusprechen. Warum geben wir uns nicht die Wärme und Zuneigung, die wir unseren Kindern, Partnern und Freundinnen so freigiebig schenken? Weshalb lassen wir uns gerade dann, wenn wir unser Mitgefühl am dringendsten bräuchten, immer wieder selbst im Stich?

 

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