Denken macht glücklich

Eine Philosophie der Lebenskunst

Mein aktueller Artikel in der Zeitschrift WEGE

Dass Denken glücklich macht, mag beinah provokant klingen – sind heutzutage doch viele Menschen genau vom Gegenteil überzeugt, nämlich dass das „Zu-viel-Denken“ die Ursache für ihre Probleme sei. Es ist aber nicht das Denken an sich, das uns am Glück hindert, sondern der Inhalt unserer Gedanken. Tatsächlich sind es unsere negativen Überzeugungen, unser Grübeln, unsere Sorgen,die uns das Leben schwer machen. Wäre es daher nicht an der Zeit, sich in einem Denken zu schulen, das ein gutes und gelingendes Leben fördert? Eine Fülle von Impulsen
und Anregungen dazu finden wir beiden großen Philosophen dieser Welt.

Die Kunst des guten Lebens
„Wir müssen uns in den Dingen üben, die glücklich machen“, erkannte Epikur bereits vor mehr als 2000 Jahren. Der griechische Philosoph wusste offensichtlich sehr genau, wie ungeschickt wir Menschen darin sind, glücklich zu sein und wie leicht es uns fällt, Gründe dafür zu finden, dass es uns schlecht geht. Im Zentrum seiner Philosophie stand die Erforschung der Grundbedingungen für ein glückliches Leben. Hierfür unterschied Epikur in Gedanken und Handlungen, die angenehme Gefühle fördern und solche, die Schmerzen nach sich ziehen. Erstere solle man wählen, so sein praktischer Ratschlag, und letztere meiden. Wer nun jedoch glaubt, Epikur wäre ein Hedonist und Befürworter eines ausschweifenden Lebensstils gewesen, sieht sich sehr schnell eines Besseren belehrt. Denn das höchste Glück erblickte der Grieche in der antaraxia, der Seelenruhe, die dann eintritt, wenn wir zu einem vernunftvollen und maßvollen Lebensstil finden. Unvernunft hingegen und die daraus resultierende Unruhe waren für ihn die Ursachen, die zum Leiden der Seele führen und unserem Lebensglück im Wege stehen. Auch der österreichische Psychologe Paul Watzlawick machte in seinem Kultbuch Anleitung zum Unglücklichsein auf pointierte Weise deutlich, dass es unsere negativen Gedanken sind, mit denen wir uns immer wieder erfolgreich Gruben auf dem Weg zum Glück graben. 

Erkenne dich selbst!
Wer sich die Grundlagen für ein gutes und glückliches Leben schaffen will, tut daher gut daran, die eigenen Grundannahmen erst einmal zu erforschen und sich zu fragen: Welche meiner Überzeugungen tun mir gut und münden in erfolgsversprechendes Verhalten? Und welche treiben mein Unglück voran und bedingen mein Leiden an der Welt? Bereits Sokrates war von dem engen Zusammenhang zwischen dem, woran der Mensch glaubt und seiner emotionalen und körperlichen Gesundheit überzeugt. Deswegen ging er auf den Marktplatz und stellte durch sein beharrliches Nachfragen die Überzeugungen seiner Mitbürger immer wieder auf den Prüfstand. „Erkenne dich selbst!“ Das ist es, was die Weisen von uns einfordern. Denn sie wussten: Wer sich selbst erkennt. kann sich verändern. Und wer sich verändern kann, der kann sich neue und glücksfördernde Gewohnheiten im Denken, Fühlen und Verhalten aneignen.  Die kognitive Verhaltenstherapie, die heute beachtliche Heilungserfolge bei Angststörungen, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen aufweist, knüpft hierfür an den Methoden der klassischen Philosophen an. So ist der „sokratische Dialog“ eine therapeutische Form der Selbsterkenntnis, um frühen Prägungen, tief verwurzelten Denk- und Handlungsmustern auf die Spur zu kommen. Denn wir alle haben Überzeugungen von unserer Familie oder der Gesellschaft übernommen und andere durch Lebenserfahrungen selbst erworben. Nicht immer stimmen diese Überzeugungen jedoch mit der Realität überein und oft tun sie uns alles andere als gut. Durch aufmerksames Nachfragen kann uns der sokratische Dialog dabei unterstützen, Denkfehler zu enttarnen und den Raum für neue Sichtweisen eröffnen. Denn bereits Sokrates hatte erkannt: Erst wenn wir alte und eingefahrene Überzeugungen loslassen, können wir Platz schaffen für neue und glücksfördernde Gedanken.

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