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Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Immer mehr Menschen leben auf der Straße. Wer wie ich inmitten von Berlin lebt, trifft jeden Tag auf Obdachlose, die unter Brücken, in Parks, in U-Bahnschächten schlafen. Das Leid der Betroffenen ist groß. Und das Unbehagen der Anwohner wächst. Neben den Menschen, die wegsehen, gibt es in Berlin jedoch auch viele Menschen, die takräftig dabei helfen, die Situation ihrer Mitmenschen zu verbessern. Sei es durch kleine und große Spenden, eine warme Tasse Tee, die Mithilfe in Suppenküchen oder der Bahnhofsmission, sei es durch Unterstützung des Kältebuses, der gerade jetzt wieder so wichtig wird, um Menschen auf der Straße vor Erfrierungen zu retten. Speichern Sie sich die Nummer des Kältebuses in Ihrer Stadt ins Handy ein! Und rufen Sie an, wenn Sie Mitmenschen hilflos in der Kälte liegen sehen!


Die Notfallnummer des Berliner Kältebuses: 0178 - 523 58-38


Als Autorin kann ich am besten durch das geschriebene Wort helfen. In meinen Büchern machte ich immer wieder auf das Leid der Obdachlosigkeit aufmerksam. Nun habe ich die aktuelle Ausgabe der Berliner Straßenzeitung Karuna als Gastredakteurin verfasst. Es ist ein Würdekompass geworden (siehe Bilder der aktuellen Ausgabe unten). Die Zeitung wird von Obdachlosen verteilt. Wer das Blatt verkauft, bekommt den vollen Erlös. Und wer es kauft, unterstützt Obdachlose und erhält zugleich eine kreative und spannende Lektüre.

 Erstellt wird Berlins jüngste Straßenzeitung Karuna von einem vielköpfigen ehrenamtlichen Redaktionsteam. Woher der Name kommt? KARUNA! riefen die Vögel in Aldous Huxleys Roman Eiland, um die Menschen mit diesem Ruf täglich an Mitgefühl und Achtsamkeit zu erinnern.

Karuna - die Berliner Straßenzeitung



Jede KARUNA in der Hand eines obdachlosen Menschen ist ein Ruf nach aktivem Mitgefühl.


Wollen Sie eine kleine Ahnung davon bekommen, wie sich das Leben auf der Straße anfühlt? Dann laufen Sie das nächste Mal nicht an dem Penner am Straßenrand vorbei, sondern setzen Sie sich zu einem Gespräch neben ihn auf den Gehsteig. Sie werden nicht nur sein freudiges Erstaunen ernten und so einiges über sein Leben erfahren, sondern auch die Gelegenheit erhalten, die Welt aus seiner Perspektive wahrzunehmen.

  • Was verändert sich an Ihrem Erleben, wenn Sie von unten auf die vorübergehenden Menschen blicken? 
  • Welche Reaktion ernten Sie von den Vorübergehenden? Blicken die meisten weg? Ernten Sie ärgerliche und verachtungsvolle Blicke?
  • Nehmen Sie – falls Sie das Glück haben, diese zu erhalten - die Wohltat mitfühlender Blicke, Gesten und Worte wahr.

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