Blog von Christa Spannbauer

Hier können Sie meinen Blog abonnieren.



Sage nein! Gegen Fremdenhass & Faschismus!

0 Kommentare

Verbundenheit. Warum wir ein neues Weltbild brauchen

Bei der Überarbeitung und Aktualisierung unseres Buches Verbundenheit, das 2012 unter dem etwas sperrigen Titel "Connectedness“ erschienen war, wurde mir bewusst, wie dramatisch sich die Welt in diesen wenigen Jahren verändert hat. Als ich damals mit Gerald Hüther zusammensaß, um das Buch zu konzipieren, waren wir von der Hoffnung beflügelt, dass die Welt zusammenwächst und dass die Menschen mehr und mehr erkennen, dass wir eine globale Familie sind, die auf das Innigste miteinander verbunden ist.

 

Die vergangenen Jahre jedoch haben der Welt immensen Schaden zugefügt. An allen Ecken und Enden reißen nationalistische Populisten Gräben auf und reißen dabei die Brücken ein, die zwischen den Völkern entstanden sind.

 

„Die heutige Krise wurzelt tief in unseren Einstellungen und Ansichten. Sie ist die Folge unserer Abspaltung und Trennung aus dem lebendigen Netz des Lebens“, schrieben Gerald Hüther und ich in unserem Plädoyer einer neuen Verbundenheit.

Mehr denn je gilt es gerade jetzt, gemeinsam an einer solidarischen und kooperativen Welt zu weben. Unser Buch, an dem renommierte und visionär denkende Wissenschaftler*innen aus den verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen mitwirkten, ist daher aktueller denn je.

 

„Teilhaben an einer unteilbaren Welt“ nannte der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr seinen wegweisenden Beitrag. Er, der große Visionär einer friedlichen und kooperativen Welt, lebt nicht mehr. Ihm haben wir das Buch gewidmet. Mit seiner Erkenntnis „In diesem Universum ist jedes Atom mit jedem anderen Atom verbunden“ legte er den Grundstock für eine unaufkündbare Weltsicht der Verbundenheit, in der alles mit allem verwoben und wechselseitig voneinander abhängig ist.

 

Der Soziologe Harald Welzer zeigt in seinem Beitrag „Die Revolution des Wir“ konsequent auf, dass humane Lebensformen sozial und kooperativ sein müssen, um überleben zu können. Nicht Konkurrenz und Wettbewerb, sondern Partnerschaft und Solidarität sind daher die Grundzüge einer neuen Wirtschaftsethik, wie der Ökonom Karl-Heinz Brodbeck in dem Buch aufzeigt.

 

Mit unserem Buch machen wir deutlich: Alles, was wir tun und ebenso auch das, was wir nicht tun, hat Auswirkungen auf das Ganze. Jeder und jede von uns ist verantwortlich für die Welt. Wie wollen wir mit dieser Verantwortung umgehen? Das ist die grundlegende Frage unseres Buches Verbundenheit. Warum wir eine neue Weltsicht brauchen.

 

 

1 Kommentare

Weit über den Tod hinaus verbunden: Was mich der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr lehrte

Ich habe Hans-Peter Dürr vor 13 Jahren kennengelernt. Er war zu einem Kongress angereist, den ich damals in Würzburg organisiert hatte. Es war eine warme und herzliche Begegnung, der über die Jahre noch weitere freundschaftliche Begegnungen folgen sollten.

 

„Jedes Atom ist mit jedem Atom in diesem Universum verbunden“, sagte er in seinem Vortrag. Dieser Satz hatte eine große Wirkung auf mich. Schlagartig wurde mir die radikale Verbundenheit mit allem und allen bewusst. Alles, was wir tun, und ebenso auch das, was wir nicht tun, hat Auswirkungen auf das Ganze, erklärte er entschieden. Und ich erkannte die Verantwortung, die jede/r von uns in einer Welt der radikalen Verbundenheit trägt. 

 

Hans-Peter Dürr war nicht nur ein brillanter Naturwissenschaftler, er war auch ein großer Humanist. Von Haus aus Atomphysiker, wandte er sich später entschieden gegen die Nutzung der Kernenergie. Für sein Friedensengagement wurde er unter anderem mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Bis ins hohe Alter reiste er als Friedensaktivist durch die Welt. Kaum jemand wusste so gut wie er, in welch bedrohtem Zustand die Welt ist. Und kaum jemand war immer wieder, wenn ich ihn traf, so zuversichtlich, dass wir die Welt noch retten können.  

 

Bereits als ich ihn kennenlernte, war er an Krebs erkrankt. Seine schwere Erkrankung hielt ihn jedoch nicht davon ab, von einem Vortrag zum nächsten zu jetten, um seine Weltsicht der Verbundenheit so vielen Menschen wie möglich nahe zu bringen. Scherzhaft sagte ich einmal zu ihm: „Du bist einfach schneller als dein Krebs.“

 

Letztlich hat er ihn dann doch eingeholt. Hans-Peter Dürr starb 2014. Er ist und bleibt unvergessen. Sein Lebenswerk strahlt weit über seinen Tod hinaus. Für das Buch Verbundenheit. Warum wir eine neue Weltsicht brauchen, das ich gemeinsam mit dem Hirnforscher Gerald Hüther herausgegeben habe, schrieb er den wegweisenden Beitrag „Teilhaben an einer unteilbaren Welt. Das ganzheitliche Weltbild der Quantenphysik“.

 

Die aktualisiere Neuauflage des Buches, das in wenigen Tagen erscheint, haben wir unserem verehrten Freund und Wegbegleiter Hans-Peter gewidmet.

 

 

Hier können Sie meinen Blog abonnieren

0 Kommentare

Geh, wohin dein Herz dich führt!

Eine gesundheitliche Krise ist immer eine Zäsur im Leben und stellt dieses auf den Prüfstand. Was bis dahin noch selbstverständlich war, ist es danach nicht mehr. Ein Wachstumsprozess beginnt, dessen Auswirkungen sich oft erst in Retrospektive erkennen lassen.

Zweifellos habe ich gute Gründe, dem Leben dankbar zu sein: Ich habe einen Herzinfarkt nicht nur überlebt, sondern leide auch an keinen Folgeschäden.

Mittlerweile sind mehr als vier Jahre vergangen. Ich blicke zurück auf eine heilsame Zeit. Eine Zeit, die mir tiefe Einblicke in die Kostbarkeit des Lebens bescherte. Heute weiß ich besser denn je, dass das Leben ein Geschenk ist und keine Selbstverständlichkeit. Dass Gesundheit ein wertvolles Gut ist, das unserer aktiven Mitwirkung bedarf.
Heute weiß ich auch: Ein empfindsames Herz braucht viel Aufmerksamkeit, Schutz und Geduld. Es ist ein Geschenk, eine Gabe, die es uns ermöglicht, das Leben intensiv wahrzunehmen. Menschen mit einem empfindsamen Herzen nehmen sehr viel wahr, sie spüren unausgesprochene Gefühle, Schwingungen und Verstimmungen wie ein Seismograf auf, und ihr Herz reagiert darauf. Das macht es auch so wichtig, fürsorglich und liebevoll mit sich selbst umzugehen.

Empfindsame Herzen speisen Wärme und Anteilnahme und ein hohes Maß an Empathie und Mitgefühl in die Welt ein. Ihr alle, die ihr ein empfindsames und zartes Herz habt, macht euch bewusst: Euer pulsierendes, liebevolles Herz ist ein Geschenk für die Menschheit. Denn was wäre die Welt ohne die empathischen Herzen?

Wer sich dafür entscheidet, den Weg des Herzens zu gehen, wird reich beschenkt. Mein Leben hat durch den Riss in meinem Herzen an Tiefe, Lebensfreude und Vitalität gewonnen. „Wende dich nicht ab. Halte den Blick auf die wunde Stelle gerichtet, denn da tritt das Licht ein", schrieb der persische Liebesmystiker Melvana Rumi.

 

Manche Dinge, die mir früher noch wichtig erschienen, sind es heute nicht mehr. Andere haben an Bedeutung gewonnen. Die Fürsorge für mich und andere ist gewachsen – und mit ihr die Erkenntnis, wie tief wir alle miteinander verbunden sind.
Denn darum geht es doch letztlich: Mit einem offenen Herzen zu leben. Liebe und Mitgefühl zu stärken. Und mit einem friedvollen Herzen zu mehr Frieden in der Welt beitragen.
In meinen Herzseminaren und meinem Buch Der Stimme des Herzens vertrauen teile ich meine Erfahrungen mit anderen.

 

 

0 Kommentare

Der Heilungsweg des Herzens.

Meine nächsten Tagesseminare zur Herzheilung finden am 22. September in Würzburg (Info & Anmeldung), 

am 07. Oktober in Neuss (Info & Anmeldung) und am 13. Oktober in Berlin (Info & Anmeldung) statt.

Herzliche Einladung!

 

0 Kommentare

Es lebe der Widerstand! Gedanken zum 20. Juli

„Widerstand ist zwecklos!“ Das ist die Botschaft, die ich als junger Mensch von meinen Eltern und der Kriegsgeneration mit auf den Weg bekommen habe. Eine Botschaft, gegen die ich wie viele andere meiner Generation rebellierte.

„Wieso habt ihr denn nichts dagegen getan? Weshalb habt ihr mitgemacht?“, fragten wir immer wieder. Zufriedenstellende Antworten darauf erhielten wir nicht. „Es haben doch alle mitgemacht“, bekamen wir nur zu hören. Und so erlebten wir eine Generation, die sich bequem eingerichtet hatte in diesem schulterzuckenden Wir-konnten-doch-nichts-tun-Mythos. Viele erbitterte Familienfehden endeten in enttäuschter Sprachlosigkeit.   

 

Auch heute noch lebt der Mythos munter weiter, dass man ja nichts hätte tun können gegen das Unrecht. Die Shoah-Überlebende Esther Bejarano sagte in einem Gespräch zu unserem Film Mut zum Leben - Die Botschaft der Überlebenden von Auschwitz: „Ich sage den jungen Menschen in meinen Vorträgen immer, dass es einen Deutschen Widerstand gegeben hat. Denn die wissen das nicht. Und die sagen dann: Wir dachten, alle hätten mitgemacht.“

 

Trotz der zahlreichen Forschungsberichte, Bücher und Dokumentationen, die in den letzten Jahren über die vielen Menschen erschienen sind, die eben nicht mitgemacht haben, lebt der Mythos selbst in den nächsten Generationen fort. Dabei brauchen Sie doch heute nichts dringlicher als mutige Vorbilder, die ihnen den Weg zu Humanität und Menschlichkeit weisen.   

 

Für den Historiker und Auschwitz-Überlebenden Arno Lustiger, der mit seinem Buch Rettungswiderstand viele Männer und Frauen aus dem Widerstand vor dem Vergessen entriss, sind sie das „kostbarste moralische Kapital ihrer Gesellschaft, weil sie die Ehre ihrer Mitbürger und der Menschheit während der barbarischsten Zeit bewahrt haben.“ Es waren Arbeiter und Adelige, Sozialdemokraten, Kommunisten ebenso wie Christen und Atheisten. Sie haben hingeblickt, wo andere wegsahen, sie nahmen das himmelschreiende Unrecht nicht hin, sondern standen ein für Humanität und Menschlichkeit. Ihre mutigen Aktionen zeigen, dass es weit mehr Handlungsspielräume für zivilcouragiertes Handeln gab als die Kriegsgeneration uns glauben machen wollte. Mit ihrem Handeln hielten die Mutigen den Mitläufern nach dem Krieg einen Spiegel vor, in den diese nicht blicken wollten.

 

Die Berliner Gedenkstätte Deutscher Widerstand ebenso wie die Gedenkstätte Stille Helden bewahrt das Andenken vieler Menschen aus dem Widerstand, die mir mit ihrem Vorbild immer wieder Mut zur Zivilcourage machen.  

 

 

2 Kommentare

Hommage an einen Unerschrockenen. Zum Tod von Claude Lanzmann

Claude Lanzmann ist tot. Mit ihm starb nicht nur ein großer Filmemacher, sondern auch einer meiner ganz großen Helden. Ein aufrechter Mann. Ein Wahrheitssuchender. Einer, der sich mutig in das Zentrum des Grauens begab.

 

Zur Zeit des Nationalsozialismus kämpfte der 18-jährige Sohn osteuropäischer Juden in der französischen Résistance und organisierte den Widerstand am Pariser Lycée Condorcet gegen die deutschen Besatzer. Ganz unmittelbar erlebte er die Schrecken des Nationalsozialismus am eigenen Leib.

 

In den 1980er Jahren machte er sich auf den Weg, um das Unbegreifliche begreifbar, das Unvorstellbare vorstellbar zu machen. Mit der Shoah drehte er die radikalste und erschütterndste Dokumentation über die Vernichtung der europäischen Juden. Zwölf intensive Jahre arbeitete er an diesem Meisterwerk gegen das Vergessen. Er interviewte die Überlebenden. Er befragte die Zeugen der Vernichtung. Und er interviewte die Täter.

 

„Ein langsamer, unendlich schmerzvoller Prozess der Vergegenwärtigung, der das Sehen bis heute zu einer oft unerträglichen Erfahrung macht”, so beschrieb es die Neue Zürcher Zeitung treffend. Bis heute ist die Shoah ein Monolith der Filmgeschichte.  

9 1/2 Stunden Einblicke in die Abgründe des Menschseins. Ein Film, der aber auch Zeugnis ablegt von unzerstörbarer Menschlichkeit.

 

Für mich ist die Shoah eine der großen Heldentaten der Filmgeschichte. Bevor ich gemeinsam mit meinem Kollegen Thomas Gonschior zu den Filmarbeiten für unsere Dokumentation „Mut zum Leben – die Botschaft der Überlebenden von Auschwitz“ aufbrach, sah ich mir eine Woche lang jeden Abend 90 Minuten der Shoah an. Der Film überwältigte mich. Viele Szenen und Gespräche brannten sich meinem Gedächtnis ein. Qualvoll das Grauen in den Gesichtern der Opfer zu sehen, unerträglich die Genugtuung in den Gesichtern der Täter. Und immer wieder die Fragen von Claude Lanzmann: schonungslos, erbarmungslos und doch voller Mitmenschlichkeit.

 

Als Filmemacherin verdanke ich Claude Lanzmann viel. Ohne seine bahnbrechende Arbeit wären viele spätere Dokumentationen über die Shoah überhaupt nicht möglich gewesen. Auch unser Film Mut zum Leben steht in der Nachfolge des französischen Filmemachers. Unsere DVD ist im gleichen engagierten Verlag erschienen, der auch die Gesamtausgabe des Werkes von Claude Lanzmann herausgibt. Claude Lanzmann war und ist Pate, Inspiration und unerreichbares Vorbild. Wir alle verdanken dem großen Unerschrockenen viel. Mögest du in Frieden ruhen, Claude!

 

Den Blog von Christa Spannbauer abonnieren.

 

0 Kommentare

Meine stille Heldin von Gegenüber

Wenn ich nach mutigen Vorbildern Ausschau halte, brauche ich nur von meinem Schreibtisch auf das Haus gegenüber zu blicken. Dort lebte Maria Perlitz. Der Name wird euch vermut-lich nichts sagen. Denn Maria gehört zu den „Unbesungenen Heldinnen“. Zu den Menschen also, die während der Nazidiktatur ihren verfolgten Mitmenschen heimlich beim Überleben halfen. Als Hauswartin versteckte sie zwei jüdische Familien vor der Verfolgung. Wahrhaft eine Heldentat! Woher sie damals den Mut nahm, wissen wir nicht. Doch wir können uns ihr couragiertes Handeln heute zum Vorbild nehmen.

 

Denn die moderne Psychologie bestätigt uns, was bereits die antiken Philosophen lehrten: Wir können Mut einüben und trainieren. „Indem wir uns gewöhnen, Gefahren zu verachten und zu bestehen, werden wir mutig, und sind wir es geworden, werden wir am leichtesten Gefahren bestehen können“, schrieb Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik. Unser Alltag bietet hierfür jede Menge Möglichkeiten, um mit kleinen Mutproben unseren „Mutmuskel“ zu trainieren. Werden wir doch alle in unserem ganz normalen Leben immer wieder mit Situationen konfrontiert, die couragiertes Handeln einfordern. Mischen wir uns ein, wenn eine Frau belästigt, ein Kollege gemobbt, ein Kind geschlagen, ein Hund getreten wird?

 

Zweifellos handelt es sich beim Mut um eine herausfordernde Tugend, denn immer wieder stellt er uns vor schwierige Prüfungen. Er will, dass wir aus der Reihe tanzen, wenn alle anderen im Gleichschritt marschieren, er fordert den aufrechten Gang, wenn andere sich wegducken, er besteht darauf, das Unrecht beim Namen zu nennen, vor dem andere die Augen verschließen.

 

Zugleich gibt er aber denen, die sich für ihn entscheiden, auch jede Menge zurück. Denn die Erfahrung, tatkräftig etwas zu bewirken, ist vitalisierend und lebensbejahend. Sie stärkt die Selbstwirksamkeit und damit das Selbstvertrauen. Deshalb wohl war Aristoteles davon überzeugt, dass nur der mutige Mensch wahrhaft glücklich werden kann.

 

Doch woher nehmen wir den Mut zum Mut? Und woraus erwächst uns die Kraft, die damit verbundenen Risiken für Leib und Seele einzugehen? Der amerikanische Sozialpsychologe Philip Zimbardo gründete hierfür sein „Heldenprojekt“, um junge Menschen in Zivilcourage auszubilden und deren Tapferkeit des Herzens zu stärken. Denn um im Ernstfall mutig reagieren zu können, hilft es, sich darauf vorzubereiten, indem wir etwa die Einmischung in kleinen Schritten üben und den Dreierschritt der Zivilcourage im Alltag praktizieren: Nicht wegschauen. Hingucken. Handeln. Wir brauchen Menschen, die uns genau dazu ermutigen. Maria Perlitz, die Hauswartin von Gegenüber, ist für mich solch ein ermutigendes Vorbild. 

In meinem Buch 31 Wege, um das Glück zu finden habe ich ihr und anderen mutigen Menschen ein Kapitel gewidmet.

 

 

0 Kommentare

Der Abend, an dem Beethoven und Schumann in unserem Haussalon lebendig wurden

Eine „unerhörte Musikalität“ bescheinigt ihr Daniel Barenboim: Leonie Rettig, die mit ihren 27 Jahren zu den großen Nachwuchskünstlerinnen am Piano zählt. Vor kurzem durften meine Salonfreundin Monika Borth und ich sie in der Philharmonie erleben. Am vergangenen Freitag gab sie uns die Ehre zu einem fulminanten Klavierabend in unserem kulturellen Salon. Und machte uns und den eingeladenen Musikbegeisterten damit ein einzigartiges Geschenk. Was für ein Talent, welch eine Ausdruckskraft und Musikalität! Die junge Pianistin brachte mit ihrem virtuosen und empfindsamen Spiel den 100-jährigen Flügel in Monikas Wohnung zum Singen und Frohlocken.

 

Zwei große Klavierwerke der Musikgeschichte hatte sie für uns vorbereitet: Beethovens Waldsteinsonate, deren Klangfülle und Verspieltheit eine große technische Virtuosität ebenso erfordert wie Robert Schumanns Fantasie in C-Dur, eine der bedeutendsten und auch herausforderndsten Klavierkompositionen der Romantik. Erstaunlich, mit welcher menschlichen Reife die junge Pianistin diesen großen Werken von Beethoven und Schumann ihren ganz eigenen künstlerischen Ausdruck verlieh. Sie schien alle Töne bis in die Tiefe durchatmet und durchdrungen zu haben, das ganze musikalische Gewebe der Partituren in die Zellen des eigenen Körpers aufgenommen zu haben.

 

Es war für alle Anwesenden ein einzigartiges Konzerterlebnis: leidenschaftlich, ergreifend und mitreißend. „Das war einer der großen ekstatischen Momente meines Lebens“, schwärmte die irische Songwriterin Fionnuala Devlin nach dem Konzert hingerissen. Und der 85-jährige Galerist Otto Wieghardt sagte: „Ich habe schon viele Interpretationen der Klavierstücke des heutigen Abends gehört, doch keine hat mich so tief beeindruckt wie die Interpretation von Leonie Rettig.“ 

 

»She is an extraordinarily gifted pianist with the most beautiful combining of a great depth in musical feeling with a fantastic technique – her pianistic possibilities  are huge”, schrieb der große russische Pianist Vladimir Krainev über sie. Wenn sie heute über ihn, ihren viel zu früh verstorbenen Lehrer spricht, erfasst sie Traurigkeit. Und als ihr Monika eine frühe Schallplatte von ihm als Dank überreichte, liefen ihr die Tränen übers Gesicht. Wir alle erhielten eine Ahnung davon, wie tief die Verbundenheit zwischen dem berühmten Lehrer und seiner talentierten Schülerin auch über den Tod hinweg ist.  

 

Den Kontakt zu der jungen Künstlerin verdanken wir Rudolf Weinsheimer,  dem heute 89-jährigen ehemaligen Cellisten der Berliner Philharmoniker und Gründer der weltberühmten „12 Cellisten“. Er wurde vor einiger Zeit durch meine Bücher auf mich aufmerksam und rief mich eines Tages an, um mit mir darüber zu reden. Seitdem sind wir in freundschaftlichem Kontakt. Er ist zugleich ein Bewunderer und Förderer des musikalischen Talents von Leonie Rettig. Und so brachte er uns alle zusammen. Er selbst konnte aus gesundheitlichen Gründen bei dem Hauskonzert nicht dabei sein. Doch gut sichtbar für alle Besucherinnen war er mit dem wunderbaren Strauß roter Rosen, den er geschickt hatte, mitten unter uns.

 

Der lang anhaltende Beifall am Ende des Konzerts, die vielen bewegten Gesichter und begeisterten Rückmeldungen machten deutlich: Das war ein großer Abend für alle Anwesenden. Viele von ihnen standen danach noch lange im Gespräch vertieft mit Leonie in unserem Salon zusammen, um mehr über sie und ihre musikalische Laufbahn zu erfahren.

 

Mehr zu Leonie Rettig finden Sie auf ihrer Website, auf der auch ihre nächsten Konzerttermine vermerkt sind. Im nächsten Jahr tritt sie gemeinsam mit dem Sinfonie Orchester Berlin im großen Saal der Berliner Philharmonie auf. Ich freue mich heute schon darauf. Und kann Ihnen und euch nur raten: Save the date!

 

Über die jeweiligen Links erfahren Sie mehr zur Geschichte des Salons Flotow und über die Gastgeberinnen, die Autorinnen Monika Borth & Christa Spannbauer.      

 

 

 

1 Kommentare

Weshalb ich als Zweitzeugin die Zivilcourage junger Menschen stärken möchte

„Wer einem Zeugen zuhört, wird selbst zum Zeugen.“ Die Worte des Friedensnobelpreisträgers und Shoah-Überlebenden Elie Wiesel sind für meine Arbeit wegweisend. Denn die Reihen der Zeitzeugen des Holocaust lichten sich dramatisch. Als Zweitzeugin sehe ich meinen Auftrag darin, die Botschaft der Shoah-Überlebenden zu bewahren, ihre Erfahrungen lebendig zu halten und an die nächsten Generationen weiterzugeben.

 

Ich freue mich daher immer ganz besonders, wenn ich von Schulen zu Workshops zum Film MUT ZUM LEBEN eingeladen werde. Er bietet Jugendlichen die Möglichkeit, sich dem Holocaust auf eine sehr persönliche Art und Weise zu nähern. In der Auseinandersetzung mit den Lebensgeschichten der Shoah-Überlebenden Esther Bejarano, Eva Pusztai-Fahidi, Jehuda Bacon und Greta Klingsberg aus unserem Film können sie erkennen, wie wichtig es ist, sich im eigenen Alltag engagiert für andere einzusetzen und gegen Vorurteile und Ausgrenzung Stellung zu beziehen.

 

Es ist mein erklärtes Anliegen, jungen Menschen Mut zur Menschlichkeit zu machen und ihre Bereitschaft zur Zivilcourage zu stärken. Ich finde es großartig, dass immer mehr Schulen ganz bewusst und frühzeitig gegen den erstarkenden Neonazismus und Antisemitismus an ihren Schulen ansteuern. So auch die Realschule in Bad Berleburg, wo ich von dem Schulleiter Manfred Müller zu einem Thementag eingeladen wurde. Initiiert wurde meine Einladung von der Mutter eines Schülers, deren Idee bei den Verantwortlichen sofort offene Ohren fand.

 

Es war für mich wieder sehr bewegend zu sehen, wie berührt viele der jungen Menschen von dem Film waren und wie ihnen die Lebensgeschichten der Überlebenden zu Herzen gingen. Die Tatsache, dass Jehuda Bacon und Greta Klingsberg im gleichen Alter waren wie die Schüler*innen, als sie nach Auschwitz deportiert wurden, bot eine besondere Identifikationsfläche mit deren Lebensgeschichten an. 

 

Die vielen Fragen, die vielen anregenden Gespräche und engagierten Unterrichtsbeiträge haben mich mehr denn je davon überzeugt, wie wichtig diese Zweitzeugenarbeit ist.

Hier erfahrt ihr mehr über den Film und das Buch Mut zum Leben und über meine Workshops, die ich an den Schulen und an Bildungseinrichtungen anbiete.

 

 

 

0 Kommentare

Der Tod nährt das Leben. Eine ganz andere Sicht auf Tod & Leben

Wir wissen nicht, woher wir kommen und wohin wir gehen. Wir sind wie Waisenkinder. Abgeschnitten von unseren Wurzeln klammern wir uns ans Leben und fürchten den Tod. Das ist die Grundthese des kanadischen Sterbe- und Trauerbegleiters Stephen Jenkinson, dem ich vor kurzem in Berlin begegnete.    

„Es ist das Ende des Lebens, das dem Leben einen Sinn gibt“. Davon ist Stephen Jenkinson überzeugt. Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit, ihn in Berlin bei einem Filmgespräch zu seinem Film „Griefwalker“ zu treffen. Ein Film, den ich allen, die sich mit dem Sinn des Lebens und des Todes auseinandersetzen möchten, ans Herz lege. Es ist ein aufwühlender, ein aufrüttelnder Film. Er zeigt den Sterbe- und Trauerbegleiter bei Begegnungen mit Sterbenden und deren Angehörigen. Über die Jahre begleitete er viele Menschen auf ihrem letzten Weg. Und wurde Zeuge einer verzweifelten Angst vor dem Tod.

 

Die meisten Menschen täuschen sich, so Jenkinson, wenn sie behaupten, sie fürchteten nicht den Tod, sondern den Sterbeprozess. Die neue Palliativmedizin ermögliche mittlerweile ja ein schmerzloses Sterben, was aber die Furcht, die er in den Augen der Sterbenden sah, nicht lindern konnte. Denn was wir in der westlichen Welt mehr als alles andere fürchten, ist der Tod selbst, die Auslöschung all dessen, was wir sind und die Loslösung von allem, was wir lieben. Nichts von dem, was wir sind und was wir lieben, können wir behalten. Das ist der Schrecken des Todes.

 

"Was sterben muss, ist unser Widerstand zu sterben, unsere Weigerung, zu enden", so die Schlussfolgerung des studierten Harvard-Theologen. Es gilt, auf einer tieferen Ebene wahrzunehmen, dass das Leben selbst weitergeht. Mehr noch: Zu erfahren, dass der Tod die Wiege des Lebens ist. Dass es der Tod ist, der das Leben nährt. Das aber ist eine schamanische Erfahrung, die unserem Kulturkreis schwer vermittelbar ist. Stephen Jenkinson selbst fand diese Weisheit bei den indigenen Völkern. Gemeinsam mit seiner Frau zog er vor Jahren in die Wälder Kanadas, wo sie sich mit eigenen Händen eine Farm aufbauten. Hier leben sie enger Verbundenheit mit dem Rhythmus der Natur. Hier erleben sie das ewige Entstehen und Vergehen als das Gewebe alles Lebendigen.  

 

Wie oft müssen wir den Tod anderer miterleben, um schließlich zu akzeptieren, dass auch wir sterben werden? Wie lange ist es uns möglich, den Tod zu verdrängen und ihn von uns fernzuhalten? Selbst bei Sterbenden fand Jenkinson diese Verneinung des Todes bis zuletzt. Den Grund hierfür verortet er in der Todesphobie unserer Kultur, einer geradezu toxischen Furcht vor dem Tod. Denn ganz tief drin glauben wir bis heute, dass der Tod eine Bestrafung sei, die ultimative Vertreibung aus dem Paradies. Es ist wie eine offene Wunde in der Seele. „Doch wie kannst du im Leben beheimatet sein, wenn du nicht mit dem Tod befreundet bist?“, fragt Stephen an dieser Stelle.

 

Die Fragen, die sich jedem und jeder von uns stellen, lautet: Wie menschlich kann ich im Angesicht des Todes bleiben? Gelingt es mir, einen Sinn am Ende des Lebens finden? Vermag ich es, dem Tod selbst einen Sinn zu verleihen?

 

Es ist der Tod, der uns Menschen alle miteinander verbindet. Und das größte Geschenk, das wir den Weiterlebenden machen können ist es, einen guten Tod zu sterben. Denn der eigene Tod reicht weit in das Leben der anderen hinein. Wie ein Kieselstein, der in den Teich geworfen wird, wirft er noch lange Wellen.

 

Indem wir uns der Verzweiflung und der Trauer stellen, indem wir den Schrecken des Todes aushalten, definieren wir neu, was es heißt, gut zu leben. Dann erfahren wir, wovon Stephen Jenkinson zutiefst überzeugt ist: „Es ist das Ende des Lebens, das dem Leben einen Sinn verleiht. Es ist der Tod, der das Leben nährt.“

 

Hier können Sie meinen Artikel lesen: Weil es Kraft braucht, Menschen beim Sterben beizustehen.  

 

Waldbaden, Walden und der Weg zum Glück

Waldbaden ist heute in aller Munde. Die Medizin hat den Wald als großen Heiler entdeckt. Damit bestätigt sie nur das, was Menschen schon immer am eigenen Leibe erfahren haben: Wir kommen innerlich zur Ruhe, unser Körper entspannt sich und unser Gemütszustand hellt sich auf, sobald wir das schützende Dach des Waldes betreten. Denn Bäume spenden nicht nur Sauerstoff, sondern auch Trost und Stärke.

 

Schon der amerikanische Philosoph Henry David Thoreau schrieb im 19. Jahrhundert in seinem Kultbuch "Walden" eine einzigartige Hommage auf die Heilkraft des Waldes. Generationen von Menschen, die sich nach einem naturverbundenen Leben sehnen, wurde er damit zum Vorbild. „Solange ich mich der Freundschaft der Jahreszeiten erfreue, gibt es nichts, das mir das Leben zur Last machen könnte“, so Thoreau. Denn in der Natur erhalten wir wieder Zugang zu unseren natürlichen und elementaren Kraftquellen.

 

Es war die große Vision des naturliebenden Philosophen, der Entfremdung von Mensch und Natur in der modernen Gesellschaft entgegenzuwirken:

„Ich bin so in Einklang mit dem zitternden Espen- und Pappellaub, dass es mir fast den Atem nimmt. Jede kleine Fichtennadel schwoll und wuchs mit Zuneigung und nahm sich meiner an. Wie sollte ich nicht in Einklang mit der Erde leben? Bin ich denn nicht selbst zum Teil Blatt und Humus?“

 

In meinem Buch 31 Wege, um das Glück zu finden widmete ich der Heilkraft des Waldes und dem Begründer des "Waldens" ein Kapitel.    

 

 

 

Ein Plädoyer der Verbundenheit von Gerald Hüther & Christa Spannbauer

Die neuen Wissenschaften bestätigen uns heute, was die Weisen aus Ost und West immer schon lehrten: Die Welt ist nicht eine Ansammlung voneinander isolierter Teile, sondern ein lebendiges Netz, in dem alles miteinander verbunden und wechselseitig voneinander abhängig ist. In dem von Gerald Hüther und mir herausgegebenen Buch Connectedness. Warum wir ein neues Weltbild brauchen wird diese Welt der Verbundenheit aus wissenschaftlicher Perspektive sichtbar.  

Versuchten in den vergangenen Jahrhunderten die Wissenschaften noch, der Welt ihre Geheimnisse zu entreißen, indem sie diese in immer kleinere Teile zerlegte, so sind heute immer mehr Wissenschaftler darum bemüht, die auseinander gebrochenen Teile über die Grenzen der Disziplinen zu einem Ganzen zusammenzufügen. Die Pioniere und Wegbereiter eines neuen systemischen Weltbilds aus Physik, Biologie und Ökologie zeigen eindrücklich auf, dass die wesentlichen Eigenschaften jedes lebenden Systems nicht in den isolierten Einzelteilen zu finden sind, sondern erst durch die Wechselwirkung und die Beziehungen zwischen den Teilen entstehen. Die Welt enthüllt sich somit als ein integrales Ganzes, das weit mehr ist als eine Ansammlung von unverbundenen Teilen, sondern als ein Lebensnetz, das auf Verbundenheit, Kooperation und gegenseitiger Abhängigkeit basiert. Mit diesem Systemdenken vollzieht sich eine tiefgreifende Umwälzung in den wissenschaftlichen Disziplinen.

Die wissenschaftliche Entdeckung, dass alles mit allem verbunden ist, ist alles andere als eine neue Erkenntnis. Bereits zu allen Zeiten und in allen Kulturen wurde sie von Menschen gemacht. Das holistische Weltbild der neuen Wissenschaft bestätigt das, was die Weisheitstraditionen aus Ost und West immer schon lehrten: Es gibt nur das Eine. In diesem lebendigen Kosmos gibt es keine getrennten Teile, nichts kann aus diesem Netz herausgenommen werden, ohne gravierende Folgen für das gesamte Gefüge nach sich zu ziehen. Solch eine Weltsicht, in der alles, was existiert, ein dynamisches, miteinander verwobenes und voneinander abhängiges Beziehungsgeflecht ist, stellt jedoch nach wie vor eine Herausforderung für das von Dualismen und Trennungen geprägte Weltbild des westlichen Abendlandes dar, dem seit dem 19. Jahrhundert zudem die Maximen des kapitalistischen Wettbewerbs und die Darwinsche Doktrin vom „Kampf ums Dasein“ eingeschrieben sind.       

In keinem anderen gesellschaftlichen Bereich hat die Darwinsche Ideologie von der „natürlichen Auslese“ einen solch gnadenlosen und rücksichtslosen Konkurrenzkampf entfesselt wie in der Wirtschaft. Die von Darwin in seiner Evolutionslehre proklamierte These vom „Überleben des Tüchtigsten“ wurde zum bestimmenden Paradigma für die moderne kapitalistische Gesellschaft. Damit wurde das Band menschlicher Verbundenheit radikal durchtrennt und Konkurrenz statt Kooperation, Egoismus statt Ethik zu den Leitmotiven des neuzeitlichen Menschen gekürt. Diesem neuen Leitbild folgend wurde die Tendenz zur rationalen Vernunft und Selbstbehauptung in den Industriegesellschaften überbetont und die integrativen, das Gemeinwohl fördernden Tendenzen zunehmend vernachlässigt.

Es ist zweifelsohne an uns, den Wandel von einem egoistischen und destruktiven Wirtschaftssystem hin zu einem auf das Leben und die Zukunft ausgerichteten Wirtschaften der Nachhaltigkeit zu vollziehen. Denn wir haben zugelassen und haben sogar aktiv dazu beigetragen, dass dieses Wirtschaftssystem sich in dieser Weise entwickeln konnte. Es verschaffte uns Vorteile, es eröffnete uns Möglichkeiten, die wir bis dahin nicht hatten. Wir haben es dazu benutzt, um ein möglichst angenehmes und bequemes Leben zu führen – und das auf Kosten anderer, die in diesem inzwischen global gewordenen Wettbewerb auf der Strecke geblieben sind. Die heutige Krise wurzelt tief in unseren Einstellungen und Ansichten. Sie ist die Folge unserer Abspaltung und Trennung aus dem lebendigen Netz des Lebens.  

Zugleich erleben wir derzeit zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte, wie an vielen unterschiedlichen Orten dieser Welt menschliche Gemeinschaften, die zum Teil über lange Zeiträume hinweg getrennt waren und verschiedene Wege gingen, in Kontakt miteinander kommen, sich austauschen und nach gemeinsamen Lösungen suchen. Das große Projekt der Verbundenheit, das Menschen seit jeher versucht haben, in die Tat umzusetzen, ist nun im 21. Jahrhundert erstmals als globales Unternehmen in Gang gekommen. Damit ein Projekt von einer solchen Tragweite gelingen kann und der wechselseitige Austausch ermöglicht wird, müssen wir das Band stärken, das Menschen über ihre Unterschiedlichkeit hinaus miteinander verbindet. Und wir müssen genau das überwinden lernen, was unser Denken, Handeln und Fühlen über so viele Jahrhunderte hinweg bestimmt hat: die Angst vor dem Fremden. Hierfür gilt es Brücken zu bauen, Vertrauen zu stiften, Umsicht und Geduld an den Tag zu legen, um das zur Entfaltung bringen, was wir in der heutigen Zeit so dringend brauchen: Verständnis für Menschen aus anderen Kulturen und Kreativität bei der Suche nach gemeinsamen Lösungen der großen Menschheitsprobleme. Wer sich weiterentwickeln will, muss in Beziehungen denken und in Beziehungsfähigkeit investieren. So können wir alle miteinander und aneinander wachsen und unser Potential zum Wohle der Welt entfalten.


Denn wir haben weltweite Aufgaben zu lösen, die das Zusammenwirken aller Beteiligten dringend erforderlich machen. Allerorten ist ein Erstarken eines neuen bürgerschaftlichen Engagements und die Entwicklung und Stärkung einer Zivilgesellschaft zu verzeichnen , in der von engagierten Menschen entscheidende Veränderungsimpulse gegeben werden, neue Handlungsspielräume eröffnet und nachhaltige Zukunftsmodelle entwickelt werden. Bürgerschaftliches Engagement tut sich in den vielen Bürgerinitiativen, den weltweiten politischen Protestbewegungen und ihrem unüberhörbaren Ruf nach Demokratisierung und gerechter Verteilung der Ressourcen ebenso kund wie in dem freiwilligen und nicht von materiellen Interessen bestimmtem Einsatz vieler Menschen für das soziale Gemeinwohl. Menschen mischen sich ein und zeigen sich immer weniger dazu bereit, unhaltbare und ungerechte Zustände hinzunehmen.

Wir müssen unseren Blick schärfen für das, was das Leben bewahrt, was Neues in die Welt bringt, was Hoffnung erweckt. Wir haben viel bewegt und viel zerstört. Nun ist es an der Zeit, zu bewahren und nachhaltig zu gestalten. Dem menschlichen Vernichtungswillen scheint eine ältere Einsichtsfähigkeit und Weisheit entgegenzuwirken, die uns in einer Art und Weise mit allen Lebewesen auf diesem Planeten verbindet, die bislang unvorstellbar schien. Darin liegt das Versprechen der weltweiten ökologischen, sozialen und gesellschaftspolitischen Bewegungen: Als gemeinsame Bewohner dieser Erde zu entdecken, dass wir eine globale Familie sind.

Gerald Hüther & Christa Spannbauer. Connectedness. Warum wir eine neue Weltsicht brauchen.

 

 

 

 

 

0 Kommentare

Ostern & das Mysterium der Vergebung

„Wende dich nicht ab, halte den Blick auf die wunde Stelle gerichtet, denn dort tritt das Licht ein.“


Diese Worte des Liebesmystikers Melvana Rumi bringen für mich die Botschaft der Vergebung am deutlichsten zum Ausdruck. Wer sich für Vergebung entscheidet, wer sich achtsam und mitfühlend dem Leid im eigenen Herzen stellt, der bringt Heilung und Licht in das eigene Leben und das der anderen.

Mit der Entscheidung zur Vergebung machen wir uns bereit, das selbsterrichtete Gefängnis unserer verletzten Gefühle zu verlassen. Wir bahnen uns beherzt einen Weg durch Zorn, Enttäuschung, Groll und Traurigkeit. Das ist alles andere als einfach. Es braucht Mut, Entschlossenheit und einen langen Atem. Doch es lohnt sich. Vergebung ist eine Entscheidung für das eigene Lebensglück. Denn wer vergibt, verabschiedet sich vom Opfer-Status, übernimmt die Verantwortung für das eigene Leben und macht sich bereit für einen Neubeginn.


In meinen Vergebungsseminaren erfahre ich immer wieder, wie schmerzhaft es ist, mit geliebten Menschen nicht versöhnt und mit dem eigenen Leben nicht im Reinen zu sein. Und ich darf immer wieder die Erfahrung machen: Jeder Mensch trägt den Schlüssel zur Vergebung in der eigenen Hand. Vergebung ist ein Akt der Stärke. Und ein Akt der Liebe. Sie befreit den, der sie gibt und den, der sie empfängt. Wie wir mit Verletzungen umgehen, zeigt, wer wir sind, woran wir glauben und was uns wichtig ist im Leben.

In der Bereitschaft zur Vergebung konkretisiert sich für mich die Osterbotschaft. Sie öffnet dem Mysterium der Barmherzigkeit den Raum. Sie macht es möglich, den Glauben an das Gute im Menschen zu bewahren und zu hüten. Damit trägt die Vergebung entscheidend zum Frieden zwischen den Menschen und in der Welt bei.

 

In meinem Buch Vergebung befreit zeige ich anhand praktischer Übungen und Inspirationen die wichtigen Schritte auf dem Weg der Vergebung auf. 

 

 

 

0 Kommentare

Alltag Antisemitismus: Weshalb die Botschaft der Überlebenden der Shoah heute wichtiger denn je ist

 „Du Jude“ ist mittlerweile wieder ein gängiges Schimpfwort auf den Schulhöfen Deutschlands. Jüdische Kinder werden von ihren Mitschülern gemobbt und angegriffen. Sowohl der rechtsextreme Judenhass wie auch Angriffe von muslimischer Seite nehmen zu. Seit Jahren mehren sich antisemitische Vorfälle an den Berliner Schulen, berichtet der Tagesspiegel in seiner heutigen Ausgabe.
 
Wir alle sind gefordert, uns dieser Entwicklung entgegenzustellen. Mit unserem Film Mut zum Leben – Die Botschaft der Überlebenden von Auschwitz gehe ich deshalb an die Schulen, um die Zivilcourage und Toleranz junger Menschen zu stärken. Junge Menschen brauchen Vorbilder. Und die in unserem Film porträtierten Shoah-Überlebenden Esther Bejarano (Foto), Jehuda Bacon, Éva Pusztai-Fahidi und Greta Klingsberg sind starke Vorbilder an Lebensmut und lebenslangem Engagement für Menschlichkeit.
 
Auf die Frage von Berliner Schülern, was sie denn gegen Rassismus und Antisemitismus tun könnten, sagte die 93-jährige Zeitzeugin Esther Bejarano: „Zeigt Zivilcourage. Helft einander. Schaut  nicht weg, wenn Unrecht geschieht. Und engagiert euch gegen jede Form von Ausgrenzung und Intoleranz.“ 
 
Es ist mein erklärtes Anliegen, diese Botschaft der Überlebenden an junge Menschen weiterzugeben. Zu dem Film sind hierfür auch das gleichnamige Buch Mut zum Leben und Unterrichtsmaterial für Schulen erschienen. Als Z(w)eitzeugin stehe ich Schulen und Bildungseinrichtungen mit Filmgesprächen und Workshops zur Verfügung und freue mich über jede Anfrage.  

 


0 Kommentare

Heute ist Weltglückstag!

Wer glaubt, dass es beim Glück einzig darum ginge, schöne Gefühle zu fördern und negative zu vermeiden, wird von Glücksforschern sehr schnell eines Besseren belehrt. Denn neben der Fähigkeit, sich an positiven Gefühlen erfreuen zu können, geht es bei einem glücklichen Leben ganz entscheidend darum, einen Sinn im Leben zu finden, seine Lebensziele zu verwirklichen, liebevolle Beziehungen zu führen und sich für andere Menschen einzusetzen.

Das Glück basiert somit auf drei tragenden Säulen: positiven Gefühlen, Engagement und Sinn.

Das höchste Glück, so betonte bereits Aristoteles, erwächst uns daraus, dass wir das Beste unseres Wesens zur Erfüllung bringen. Selbstverwirklichung nennen wir dies im modernen Jargon. In der Hingabe an eine Aufgabe, der Begeisterung für eine Sache, dem Engagement für andere Menschen erfahren wir uns als lebendig und verbunden. Es erfüllt uns, wenn wir unsere Fertigkeiten und Talente in die Welt einbringen können und ganz in dem aufgehen, was wir tun. Ein glückliches Leben ist somit immer auch ein tätiges, ein engagiertes Leben. Und es führt in ein sinnerfülltes Leben. „Lebenssinn ist das Dringendste, was ein Mensch braucht“, erkannte der österreichische Psychoanalytiker Viktor Frankl. „Erst im Dienst an einer Sache oder in der Liebe zu einer Person wird der Mensch ganz Mensch und verwirklicht sich selbst.“

 

In meinem aktuellen Buch 31 Wege, um das Glück zu finden, machte ich mich auf die Suche nach dem Geheimnis des Glücks. Denn ich bin davon überzeugt: Was die Welt heute dringend braucht, sind glückliche Menschen.

 

 

 

0 Kommentare

"Gehorchen ist keine Rechtfertigung zum Handeln!" Hannah Arendt und die Pflicht zum Ungehorsam

Hannah Arendt war eine unerschrockene Denkerin und furchtlose Kämpferin für die Freiheit. Blinder Gehorsam und Unterwerfung waren ihr, der jüdischen Philosophin, die Nazi-Deutschland verlassen musste, ein Graus.

 

„Niemand hat das Recht, sein Gehorchen als Vorwand für die Rechtfertigung seines Handelns zu benutzen. Gehorchen ist keine Rechtfertigung für Handeln“, erklärte sie entschieden. Die Freiheit, davon war sie überzeugt, muss immer wieder neu errungen und der Impuls zum Mitläufertum immer wieder neu abgewehrt werden.

 

„Kein Mensch hat das Recht, Verantwortung an Andere abzugeben, jeder Mensch kann sich fragen, was er selbst zu seiner Geschichte machen möchte und was nicht“, mahnt uns Hannah Arendt. Denn es nützt weder uns noch der Welt, wenn wir uns klein machen. Vielmehr sollten wir unsere Größe zeigen, damit wir alle größer werden. Wir sollten uns von der Angst befreien, damit alle angstfreier leben können. Und uns selbst ermächtigen, um andere zu ermächtigen. Worum es geht, ist, nicht zu kuschen und sich anzupassen, sondern widerständig und eigensinnig zu sein. „Dazu gehört, dass man nicht Wir sagt, sondern dass man Ich sagt, dass man selbst urteilt.“


Mit ihrem Werk und ihrem Leben ruft Hannah Arendt dazu auf, sich aus dem selbstgeschnürten Korsett des Gehorsams zu befreien, den Maulkorb abzustreifen, den wir uns haben anlegen lassen und furchtlos aus der Reihe zu tanzen statt im Gleichschritt zu marschieren.

In meinem Buch 31 Wege, um das Glück zu finden habe ich das Kapitel "Eigensinn" dieser mutigen Denkerin gewidmet.

 

 

0 Kommentare

Berlin pur: Lesungen, Chansons & Ausstellungen in unserem Salon Flotow

Vor knapp einem Jahr zog ich in das altehrwürdige Haus im Hansaviertel Berlins. Und lernte schon kurz darauf meine Mitbewohnerin Monika Borth aus dem vierten Stock kennen. Sofort kamen wir auf unsere vielen Gemeinsamkeiten zu sprechen. Eine davon ist unsere Liebe zur Literatur und die Freude am Schreiben. Und so beschlossen wir kurzerhand, einen Berliner Salon in unserem Haus zu eröffnen. Damit knüpften wir ganz bewusst an die kulturelle Tradition unseres Hauses im alten Hansaviertel an. Denn hier lebten bis 1933 viele deutsch-jüdische Künstler. Unter ihnen der Direktor des weltberühmten Admiralspalast, Leo Bartuschek, der seinen Salon für Konzerte und Lesungen öffnete. So wurde das Haus zum Treffpunkt von bekannten Schriftstellern und Sängern, deren künstlerisches Schaffen bis heute eng mit Berlin verbunden ist. Hier schmetterte die einzigartige Claire Waldoff in den 1920er Jahren ihre frechen Berliner Chansons. Hier las der scharfsinnige Satiriker Kurt Tucholsky seine Texte gegen den aufkommenden Faschismus. Hier entrollte die Malerin Käthe Kollwitz ihre neuesten Radierungen Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erstarb das kulturelle Leben in der Flotowstraße. Seine jüdischen Bewohner retteten sich ins Exil. Mit der Einladung der Zeitzeugin Rahel Mann und dem Klezmer-Duo Hannes Daerr und Jule Seggelke an unserem ersten Salonabend im Juni 2017 erinnerten wir an die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner.

 

Nach der Sommerpause war die Berliner Sängerin und Liedermacherin Annika von Trier zu Gast . Mit ihrem Markenzeichen, dem lindgrünen Akkordeon, schmetterte sie voller Esprit und Lebensfreude ihre anarchischen und kecken Berliner Chansons und sang sich mit ihrer Liebeserklärung an Berlin in die Herzen der ZuhörerInnen: „Sie ist eigen, sie ist wild, sie hat nirgendwo ein Ebenbild. Sie ist herb und sie ist zart, Berlin ist gelebte Gegenwart“.

Im November konnten wir zu unserer großen Freude die bekannte Autorin Tanja Dückers in unserem Salon begrüßen. Mit ihrem Buch „Mein altes West-Berlin“, in dem sie ihre Kindheit und Jugend reflektierte, traten wir eine Zeitreise ins Milljöh der Mauerstadt der 1970er- und 1980er-Jahre an. In ihren pointierten und kuriosen Alltagsbetrachtungen ließ sie das Lebensgefühl im Westen der geteilten Stadt wieder lebendig werden.

Mit der Lesung aus ihrem neuen Buch „Ich geh mit dir auf den Federball“ führte Monika Borth am vergangenen Freitag die vielen Gäste auf eine literarische Reise von Ostpreußen bis ins Hansaviertel nach Berlin. In ihrem aufwühlenden und hochaktuellen Buch behandelt sie die großen Lebensthemen von Liebe und Tod, Krieg und Flucht, Familie und Heimat und beleuchtet die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf uns, die nächsten Generationen. Meiner geschätzten Freundin und Mitbewohnerin Monika ist damit ein emotional dichtes und spannendes Familienporträt gelungen, das ich allen wärmstens empfehle.

Optisch bereichert wurde der Salonabend durch die Aquarelle und Ölbilder der Berliner Malerin Sigrid Lüders und akkustisch durch die Kantaten von Bach und Händel, gespielt von der Pianistin Marija Mossburger.

 

0 Kommentare

Es geht ums Tun und nicht ums Siegen

Ich sehe sie vor mir. Diese drei jungen Menschen, wie sie im Gefängnishof zusammenstehen und ihre letzte Zigarette miteinander teilen. Es ist der 22. Februar 1943. Sophie und Hans Scholl und ihr Freund Christoph Probst, angeklagt des Hochverrats, werden in wenigen Minuten ihr Leben unter dem Fallbeil verlieren.

 

Sie waren von bewundernswerter Tapferkeit, werden die Gefängniswärter später über sie sagen. „Wir sehen uns gleich in der Ewigkeit wieder“, sagt Christoph zum Abschied, als Sophie von ihrem Henker geholt wird. Ruhig und gefasst geht sie ihrem Tod entgegen. „Es lebe die Freiheit!“, ruft ihr Bruder Hans noch auf dem Richtblock. Kurz darauf folgt ihnen ihr Freund Christoph in den Tod.

 

Drei junge Menschen wurden ermordet, weil sie in einem unmenschlichen System für Menschlichkeit einstanden. Weil sie nicht gewillt waren, das himmelschreiende Unrecht hinzunehmen. Weil sie aufbegehrten gegen das große Morden um sie herum. Einem Morden, dem sie schließlich selbst zum Opfer fielen.

 

„Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den ihr um euer Herz gelegt habt“, hatten sie in einem Flugblatt der Widerstandsgruppe

„Die weiße Rose“ geschrieben. Eine Aufforderung, die für uns heute ebenso aktuell ist wie damals. Mit ihrem Vorbild machen sie Mut, für Menschlichkeit einzustehen und Zivilcourage einzuüben. Zivilcourage ist der Ernstfall. Und jederzeit können auch wir in eine Situation geraten, in der wir sie unter Beweis stellen müssen. Zivilcourage fordert die Tapferkeit des Herzens ein.

 

Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano, die wir für unseren Film Mut zum Leben porträtierten, machte in Gesprächen immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, die vielen Formen des Widerstands gegen das Nazi-Regime aufzuzeigen. 

"Ich sage den Jugendlichen in meinen Vorträgen immer, dass es einen deutschen Widerstand gegeben hat. Aber die wollen das oft nicht hören. 'Die haben doch alle mitgemacht', sagen sie mir. Dabei wurden so viele mutige Menschen umgebracht, Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen und andere, weil sie gegen die Nazis gekämpft haben. Darüber müssen wir sprechen. Und das müssen wir honorieren.

 

1 Kommentare

"Und lieben, Götter, welch ein Glück!"

 

Schon der junge Goethe wusste um das Glückselixier par excellence: die Liebe. Denn nichts trägt mehr zu unserer Lebenszufriedenheit bei als geglückte Beziehungen, gute Freundschaften, harmonische Familienbande. Bestätigt wurde dies von Glücksforschern aus 50 Ländern im World Book of Happiness. Liebevolle Beziehungen gelten weltweit als der Garant für ein glückliches und zufriedenes Leben. Keine andere Handlung trägt mehr zur Steigerung des Wohlbefindens bei als Freundlichkeit untereinander und Fürsorge füreinander.


Sind wir vielleicht sogar bessere Menschen, wenn wir glücklich sind? Die eigenen Erfahrungen legen dies nahe: Denn wenn es uns gut geht, begegnen wir anderen Menschen weitaus freundlicher, großzügiger und aufgeschlossener als an den Tagen, an denen unser Stimmungsbarometer im Keller ist. Eine positive Lebenseinstellung, so bestätigen Forschungen aus der Psychologie, trägt zum Gemeinwohl bei. Familie, Freunde, Bekannte und das ganze Umfeld profitieren davon. Und da das Glück ausstrahlt und sich überträgt und vermehrt, je mehr wir es teilen, kann es ganze Gemeinschaften und damit auch die Gesellschaft verändern.

 

Davon handelt mein neues Buch 31 Wege, um das Glück zu finden. Denn ich bin davon überzeugt: Was die Welt heute dringender denn je braucht, sind glückliche Menschen!

 

0 Kommentare

"Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume?"

 

„Ich bin so in Einklang mit dem zitternden Espen- und Pappellaub, dass es mir fast den Atem nimmt."


Diese Zeilen stammen von dem amerikanischen Philosophen Henry David Thoreau, der im 19. Jahrhundert in die Wälder zog, um sich ganz in den Kreislauf der Natur einzufügen. Hier schrieb er mit "Walden" das Kultbuch für Baumschützer und für Menschen, die sich nach einem naturverbundenen Leben sehnen.

 

Hier erfuhr der naturliebende Philosoph das, was wissenschaftliche Studien uns heute bestätigen: Die Natur heilt. Bäume spenden nicht nur Sauerstoff, sondern auch Glück, Trost und Stärke. Unter ihrem Schutz verlieren viele unserer Sorgen und Kümmernisse an Bedeutung. Neuesten Untersuchungen zufolge stärken Bäume auch unsere Gesundheit. Sie aktivieren unsere Kraftquellen, sodass wir schließlich erfahren können, was Thoreau in poetische Worte fasste:

"Wie sollte ich nicht in Einklang mit der Erde leben? Bin ich denn nicht selbst zum Teil Blatt und Humus?“ 

 

Da die Bäume so gut zu uns sind, liegt es nahe, uns für ihren Schutz einsetzen. Deshalb setze ich mich mit unserer neu gegründeten Bürgerinitiative Spreeufer zum Schutz des bedrohten Schleswiger Ufers ein, eines der letzten Biotope im Herzen Berlins. Hier können Sie die Petition für die bedrohten Bäume unterzeichnen.

 

In meinem neuen Buch 31 Wege, das Glück zu finden ist ein Kapitel Henry David Thoreau und der Naturverbundenheit als Weg zum Glück gewidmet.

 

 

0 Kommentare

Das Neue Jahr steht vor der Tür

Schon bald finden Sie hier meinen ersten Artikel fürs Neue Jahr - lassen Sie sich überraschen....