Blog von Christa Spannbauer

Nachfolgend finden Sie meine aktuellen Blogartikel. Gern können Sie aber auch in meinen Beiträgen aus den Jahren dem Jahr 2017 sowie dem Jahr 2016 stöbern. Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei.


Waldbaden, Walden und der Weg zum Glück

Waldbaden ist heute in aller Munde. Die Medizin hat den Wald als großen Heiler entdeckt. Damit bestätigt sie nur das, was Menschen schon immer am eigenen Leibe erfahren haben: Wir kommen innerlich zur Ruhe, unser Körper entspannt sich und unser Gemütszustand hellt sich auf, sobald wir das schützende Dach des Waldes betreten. Denn Bäume spenden nicht nur Sauerstoff, sondern auch Trost und Stärke.

 

Schon der amerikanische Philosoph Henry David Thoreau schrieb im 19. Jahrhundert in seinem Kultbuch "Walden" eine einzigartige Hommage auf die Heilkraft des Waldes. Generationen von Menschen, die sich nach einem naturverbundenen Leben sehnen, wurde er damit zum Vorbild. „Solange ich mich der Freundschaft der Jahreszeiten erfreue, gibt es nichts, das mir das Leben zur Last machen könnte“, so Thoreau. Denn in der Natur erhalten wir wieder Zugang zu unseren natürlichen und elementaren Kraftquellen.

 

Es war die große Vision des naturliebenden Philosophen, der Entfremdung von Mensch und Natur in der modernen Gesellschaft entgegenzuwirken:

„Ich bin so in Einklang mit dem zitternden Espen- und Pappellaub, dass es mir fast den Atem nimmt. Jede kleine Fichtennadel schwoll und wuchs mit Zuneigung und nahm sich meiner an. Wie sollte ich nicht in Einklang mit der Erde leben? Bin ich denn nicht selbst zum Teil Blatt und Humus?“

 

In meinem Buch 31 Wege, um das Glück zu finden widmete ich der Heilkraft des Waldes und dem Begründer des "Waldens" ein Kapitel.    

 

 

 

Ein Plädoyer der Verbundenheit von Gerald Hüther & Christa Spannbauer

Die neuen Wissenschaften bestätigen uns heute, was die Weisen aus Ost und West immer schon lehrten: Die Welt ist nicht eine Ansammlung voneinander isolierter Teile, sondern ein lebendiges Netz, in dem alles miteinander verbunden und wechselseitig voneinander abhängig ist. In dem von Gerald Hüther und mir herausgegebenen Buch Connectedness. Warum wir ein neues Weltbild brauchen wird diese Welt der Verbundenheit aus wissenschaftlicher Perspektive sichtbar.  

Versuchten in den vergangenen Jahrhunderten die Wissenschaften noch, der Welt ihre Geheimnisse zu entreißen, indem sie diese in immer kleinere Teile zerlegte, so sind heute immer mehr Wissenschaftler darum bemüht, die auseinander gebrochenen Teile über die Grenzen der Disziplinen zu einem Ganzen zusammenzufügen. Die Pioniere und Wegbereiter eines neuen systemischen Weltbilds aus Physik, Biologie und Ökologie zeigen eindrücklich auf, dass die wesentlichen Eigenschaften jedes lebenden Systems nicht in den isolierten Einzelteilen zu finden sind, sondern erst durch die Wechselwirkung und die Beziehungen zwischen den Teilen entstehen. Die Welt enthüllt sich somit als ein integrales Ganzes, das weit mehr ist als eine Ansammlung von unverbundenen Teilen, sondern als ein Lebensnetz, das auf Verbundenheit, Kooperation und gegenseitiger Abhängigkeit basiert. Mit diesem Systemdenken vollzieht sich eine tiefgreifende Umwälzung in den wissenschaftlichen Disziplinen.

Die wissenschaftliche Entdeckung, dass alles mit allem verbunden ist, ist alles andere als eine neue Erkenntnis. Bereits zu allen Zeiten und in allen Kulturen wurde sie von Menschen gemacht. Das holistische Weltbild der neuen Wissenschaft bestätigt das, was die Weisheitstraditionen aus Ost und West immer schon lehrten: Es gibt nur das Eine. In diesem lebendigen Kosmos gibt es keine getrennten Teile, nichts kann aus diesem Netz herausgenommen werden, ohne gravierende Folgen für das gesamte Gefüge nach sich zu ziehen. Solch eine Weltsicht, in der alles, was existiert, ein dynamisches, miteinander verwobenes und voneinander abhängiges Beziehungsgeflecht ist, stellt jedoch nach wie vor eine Herausforderung für das von Dualismen und Trennungen geprägte Weltbild des westlichen Abendlandes dar, dem seit dem 19. Jahrhundert zudem die Maximen des kapitalistischen Wettbewerbs und die Darwinsche Doktrin vom „Kampf ums Dasein“ eingeschrieben sind.       

In keinem anderen gesellschaftlichen Bereich hat die Darwinsche Ideologie von der „natürlichen Auslese“ einen solch gnadenlosen und rücksichtslosen Konkurrenzkampf entfesselt wie in der Wirtschaft. Die von Darwin in seiner Evolutionslehre proklamierte These vom „Überleben des Tüchtigsten“ wurde zum bestimmenden Paradigma für die moderne kapitalistische Gesellschaft. Damit wurde das Band menschlicher Verbundenheit radikal durchtrennt und Konkurrenz statt Kooperation, Egoismus statt Ethik zu den Leitmotiven des neuzeitlichen Menschen gekürt. Diesem neuen Leitbild folgend wurde die Tendenz zur rationalen Vernunft und Selbstbehauptung in den Industriegesellschaften überbetont und die integrativen, das Gemeinwohl fördernden Tendenzen zunehmend vernachlässigt.

Es ist zweifelsohne an uns, den Wandel von einem egoistischen und destruktiven Wirtschaftssystem hin zu einem auf das Leben und die Zukunft ausgerichteten Wirtschaften der Nachhaltigkeit zu vollziehen. Denn wir haben zugelassen und haben sogar aktiv dazu beigetragen, dass dieses Wirtschaftssystem sich in dieser Weise entwickeln konnte. Es verschaffte uns Vorteile, es eröffnete uns Möglichkeiten, die wir bis dahin nicht hatten. Wir haben es dazu benutzt, um ein möglichst angenehmes und bequemes Leben zu führen – und das auf Kosten anderer, die in diesem inzwischen global gewordenen Wettbewerb auf der Strecke geblieben sind. Die heutige Krise wurzelt tief in unseren Einstellungen und Ansichten. Sie ist die Folge unserer Abspaltung und Trennung aus dem lebendigen Netz des Lebens.  

Zugleich erleben wir derzeit zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte, wie an vielen unterschiedlichen Orten dieser Welt menschliche Gemeinschaften, die zum Teil über lange Zeiträume hinweg getrennt waren und verschiedene Wege gingen, in Kontakt miteinander kommen, sich austauschen und nach gemeinsamen Lösungen suchen. Das große Projekt der Verbundenheit, das Menschen seit jeher versucht haben, in die Tat umzusetzen, ist nun im 21. Jahrhundert erstmals als globales Unternehmen in Gang gekommen. Damit ein Projekt von einer solchen Tragweite gelingen kann und der wechselseitige Austausch ermöglicht wird, müssen wir das Band stärken, das Menschen über ihre Unterschiedlichkeit hinaus miteinander verbindet. Und wir müssen genau das überwinden lernen, was unser Denken, Handeln und Fühlen über so viele Jahrhunderte hinweg bestimmt hat: die Angst vor dem Fremden. Hierfür gilt es Brücken zu bauen, Vertrauen zu stiften, Umsicht und Geduld an den Tag zu legen, um das zur Entfaltung bringen, was wir in der heutigen Zeit so dringend brauchen: Verständnis für Menschen aus anderen Kulturen und Kreativität bei der Suche nach gemeinsamen Lösungen der großen Menschheitsprobleme. Wer sich weiterentwickeln will, muss in Beziehungen denken und in Beziehungsfähigkeit investieren. So können wir alle miteinander und aneinander wachsen und unser Potential zum Wohle der Welt entfalten.


Denn wir haben weltweite Aufgaben zu lösen, die das Zusammenwirken aller Beteiligten dringend erforderlich machen. Allerorten ist ein Erstarken eines neuen bürgerschaftlichen Engagements und die Entwicklung und Stärkung einer Zivilgesellschaft zu verzeichnen , in der von engagierten Menschen entscheidende Veränderungsimpulse gegeben werden, neue Handlungsspielräume eröffnet und nachhaltige Zukunftsmodelle entwickelt werden. Bürgerschaftliches Engagement tut sich in den vielen Bürgerinitiativen, den weltweiten politischen Protestbewegungen und ihrem unüberhörbaren Ruf nach Demokratisierung und gerechter Verteilung der Ressourcen ebenso kund wie in dem freiwilligen und nicht von materiellen Interessen bestimmtem Einsatz vieler Menschen für das soziale Gemeinwohl. Menschen mischen sich ein und zeigen sich immer weniger dazu bereit, unhaltbare und ungerechte Zustände hinzunehmen.

Wir müssen unseren Blick schärfen für das, was das Leben bewahrt, was Neues in die Welt bringt, was Hoffnung erweckt. Wir haben viel bewegt und viel zerstört. Nun ist es an der Zeit, zu bewahren und nachhaltig zu gestalten. Dem menschlichen Vernichtungswillen scheint eine ältere Einsichtsfähigkeit und Weisheit entgegenzuwirken, die uns in einer Art und Weise mit allen Lebewesen auf diesem Planeten verbindet, die bislang unvorstellbar schien. Darin liegt das Versprechen der weltweiten ökologischen, sozialen und gesellschaftspolitischen Bewegungen: Als gemeinsame Bewohner dieser Erde zu entdecken, dass wir eine globale Familie sind.

Gerald Hüther & Christa Spannbauer. Connectedness. Warum wir eine neue Weltsicht brauchen.

 

 

 

 

 

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Ostern & das Mysterium der Vergebung

„Wende dich nicht ab, halte den Blick auf die wunde Stelle gerichtet, denn dort tritt das Licht ein.“


Diese Worte des Liebesmystikers Melvana Rumi bringen für mich die Botschaft der Vergebung am deutlichsten zum Ausdruck. Wer sich für Vergebung entscheidet, wer sich achtsam und mitfühlend dem Leid im eigenen Herzen stellt, der bringt Heilung und Licht in das eigene Leben und das der anderen.

Mit der Entscheidung zur Vergebung machen wir uns bereit, das selbsterrichtete Gefängnis unserer verletzten Gefühle zu verlassen. Wir bahnen uns beherzt einen Weg durch Zorn, Enttäuschung, Groll und Traurigkeit. Das ist alles andere als einfach. Es braucht Mut, Entschlossenheit und einen langen Atem. Doch es lohnt sich. Vergebung ist eine Entscheidung für das eigene Lebensglück. Denn wer vergibt, verabschiedet sich vom Opfer-Status, übernimmt die Verantwortung für das eigene Leben und macht sich bereit für einen Neubeginn.


In meinen Vergebungsseminaren erfahre ich immer wieder, wie schmerzhaft es ist, mit geliebten Menschen nicht versöhnt und mit dem eigenen Leben nicht im Reinen zu sein. Und ich darf immer wieder die Erfahrung machen: Jeder Mensch trägt den Schlüssel zur Vergebung in der eigenen Hand. Vergebung ist ein Akt der Stärke. Und ein Akt der Liebe. Sie befreit den, der sie gibt und den, der sie empfängt. Wie wir mit Verletzungen umgehen, zeigt, wer wir sind, woran wir glauben und was uns wichtig ist im Leben.

In der Bereitschaft zur Vergebung konkretisiert sich für mich die Osterbotschaft. Sie öffnet dem Mysterium der Barmherzigkeit den Raum. Sie macht es möglich, den Glauben an das Gute im Menschen zu bewahren und zu hüten. Damit trägt die Vergebung entscheidend zum Frieden zwischen den Menschen und in der Welt bei.

 

In meinem Buch Vergebung befreit zeige ich anhand praktischer Übungen und Inspirationen die wichtigen Schritte auf dem Weg der Vergebung auf. 

 

 

 

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Alltag Antisemitismus: Weshalb die Botschaft der Überlebenden der Shoah heute wichtiger denn je ist

 „Du Jude“ ist mittlerweile wieder ein gängiges Schimpfwort auf den Schulhöfen Deutschlands. Jüdische Kinder werden von ihren Mitschülern gemobbt und angegriffen. Sowohl der rechtsextreme Judenhass wie auch Angriffe von muslimischer Seite nehmen zu. Seit Jahren mehren sich antisemitische Vorfälle an den Berliner Schulen, berichtet der Tagesspiegel in seiner heutigen Ausgabe.
 
Wir alle sind gefordert, uns dieser Entwicklung entgegenzustellen. Mit unserem Film Mut zum Leben – Die Botschaft der Überlebenden von Auschwitz gehe ich deshalb an die Schulen, um die Zivilcourage und Toleranz junger Menschen zu stärken. Junge Menschen brauchen Vorbilder. Und die in unserem Film porträtierten Shoah-Überlebenden Esther Bejarano (Foto), Jehuda Bacon, Éva Pusztai-Fahidi und Greta Klingsberg sind starke Vorbilder an Lebensmut und lebenslangem Engagement für Menschlichkeit.
 
Auf die Frage von Berliner Schülern, was sie denn gegen Rassismus und Antisemitismus tun könnten, sagte die 93-jährige Zeitzeugin Esther Bejarano: „Zeigt Zivilcourage. Helft einander. Schaut  nicht weg, wenn Unrecht geschieht. Und engagiert euch gegen jede Form von Ausgrenzung und Intoleranz.“ 
 
Es ist mein erklärtes Anliegen, diese Botschaft der Überlebenden an junge Menschen weiterzugeben. Zu dem Film sind hierfür auch das gleichnamige Buch Mut zum Leben und Unterrichtsmaterial für Schulen erschienen. Als Z(w)eitzeugin stehe ich Schulen und Bildungseinrichtungen mit Filmgesprächen und Workshops zur Verfügung und freue mich über jede Anfrage.  

 


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Heute ist Weltglückstag!

Wer glaubt, dass es beim Glück einzig darum ginge, schöne Gefühle zu fördern und negative zu vermeiden, wird von Glücksforschern sehr schnell eines Besseren belehrt. Denn neben der Fähigkeit, sich an positiven Gefühlen erfreuen zu können, geht es bei einem glücklichen Leben ganz entscheidend darum, einen Sinn im Leben zu finden, seine Lebensziele zu verwirklichen, liebevolle Beziehungen zu führen und sich für andere Menschen einzusetzen.

Das Glück basiert somit auf drei tragenden Säulen: positiven Gefühlen, Engagement und Sinn.

Das höchste Glück, so betonte bereits Aristoteles, erwächst uns daraus, dass wir das Beste unseres Wesens zur Erfüllung bringen. Selbstverwirklichung nennen wir dies im modernen Jargon. In der Hingabe an eine Aufgabe, der Begeisterung für eine Sache, dem Engagement für andere Menschen erfahren wir uns als lebendig und verbunden. Es erfüllt uns, wenn wir unsere Fertigkeiten und Talente in die Welt einbringen können und ganz in dem aufgehen, was wir tun. Ein glückliches Leben ist somit immer auch ein tätiges, ein engagiertes Leben. Und es führt in ein sinnerfülltes Leben. „Lebenssinn ist das Dringendste, was ein Mensch braucht“, erkannte der österreichische Psychoanalytiker Viktor Frankl. „Erst im Dienst an einer Sache oder in der Liebe zu einer Person wird der Mensch ganz Mensch und verwirklicht sich selbst.“

 

In meinem aktuellen Buch 31 Wege, um das Glück zu finden, machte ich mich auf die Suche nach dem Geheimnis des Glücks. Denn ich bin davon überzeugt: Was die Welt heute dringend braucht, sind glückliche Menschen.

 

 

 

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"Gehorchen ist keine Rechtfertigung zum Handeln!" Hannah Arendt und die Pflicht zum Ungehorsam

Hannah Arendt war eine unerschrockene Denkerin und furchtlose Kämpferin für die Freiheit. Blinder Gehorsam und Unterwerfung waren ihr, der jüdischen Philosophin, die Nazi-Deutschland verlassen musste, ein Graus.

 

„Niemand hat das Recht, sein Gehorchen als Vorwand für die Rechtfertigung seines Handelns zu benutzen. Gehorchen ist keine Rechtfertigung für Handeln“, erklärte sie entschieden. Die Freiheit, davon war sie überzeugt, muss immer wieder neu errungen und der Impuls zum Mitläufertum immer wieder neu abgewehrt werden.

 

„Kein Mensch hat das Recht, Verantwortung an Andere abzugeben, jeder Mensch kann sich fragen, was er selbst zu seiner Geschichte machen möchte und was nicht“, mahnt uns Hannah Arendt. Denn es nützt weder uns noch der Welt, wenn wir uns klein machen. Vielmehr sollten wir unsere Größe zeigen, damit wir alle größer werden. Wir sollten uns von der Angst befreien, damit alle angstfreier leben können. Und uns selbst ermächtigen, um andere zu ermächtigen. Worum es geht, ist, nicht zu kuschen und sich anzupassen, sondern widerständig und eigensinnig zu sein. „Dazu gehört, dass man nicht Wir sagt, sondern dass man Ich sagt, dass man selbst urteilt.“


Mit ihrem Werk und ihrem Leben ruft Hannah Arendt dazu auf, sich aus dem selbstgeschnürten Korsett des Gehorsams zu befreien, den Maulkorb abzustreifen, den wir uns haben anlegen lassen und furchtlos aus der Reihe zu tanzen statt im Gleichschritt zu marschieren.

In meinem Buch 31 Wege, um das Glück zu finden habe ich das Kapitel "Eigensinn" dieser mutigen Denkerin gewidmet.

 

 

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Berlin pur: Lesungen, Chansons & Ausstellungen in unserem Salon Flotow

Vor knapp einem Jahr zog ich in das altehrwürdige Haus im Hansaviertel Berlins. Und lernte schon kurz darauf meine Mitbewohnerin Monika Borth aus dem vierten Stock kennen. Sofort kamen wir auf unsere vielen Gemeinsamkeiten zu sprechen. Eine davon ist unsere Liebe zur Literatur und die Freude am Schreiben. Und so beschlossen wir kurzerhand, einen Berliner Salon in unserem Haus zu eröffnen. Damit knüpften wir ganz bewusst an die kulturelle Tradition unseres Hauses im alten Hansaviertel an. Denn hier lebten bis 1933 viele deutsch-jüdische Künstler. Unter ihnen der Direktor des weltberühmten Admiralspalast, Leo Bartuschek, der seinen Salon für Konzerte und Lesungen öffnete. So wurde das Haus zum Treffpunkt von bekannten Schriftstellern und Sängern, deren künstlerisches Schaffen bis heute eng mit Berlin verbunden ist. Hier schmetterte die einzigartige Claire Waldoff in den 1920er Jahren ihre frechen Berliner Chansons. Hier las der scharfsinnige Satiriker Kurt Tucholsky seine Texte gegen den aufkommenden Faschismus. Hier entrollte die Malerin Käthe Kollwitz ihre neuesten Radierungen Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erstarb das kulturelle Leben in der Flotowstraße. Seine jüdischen Bewohner retteten sich ins Exil. Mit der Einladung der Zeitzeugin Rahel Mann und dem Klezmer-Duo Hannes Daerr und Jule Seggelke an unserem ersten Salonabend im Juni 2017 erinnerten wir an die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner.

 

Nach der Sommerpause war die Berliner Sängerin und Liedermacherin Annika von Trier zu Gast . Mit ihrem Markenzeichen, dem lindgrünen Akkordeon, schmetterte sie voller Esprit und Lebensfreude ihre anarchischen und kecken Berliner Chansons und sang sich mit ihrer Liebeserklärung an Berlin in die Herzen der ZuhörerInnen: „Sie ist eigen, sie ist wild, sie hat nirgendwo ein Ebenbild. Sie ist herb und sie ist zart, Berlin ist gelebte Gegenwart“.

Im November konnten wir zu unserer großen Freude die bekannte Autorin Tanja Dückers in unserem Salon begrüßen. Mit ihrem Buch „Mein altes West-Berlin“, in dem sie ihre Kindheit und Jugend reflektierte, traten wir eine Zeitreise ins Milljöh der Mauerstadt der 1970er- und 1980er-Jahre an. In ihren pointierten und kuriosen Alltagsbetrachtungen ließ sie das Lebensgefühl im Westen der geteilten Stadt wieder lebendig werden.

Mit der Lesung aus ihrem neuen Buch „Ich geh mit dir auf den Federball“ führte Monika Borth am vergangenen Freitag die vielen Gäste auf eine literarische Reise von Ostpreußen bis ins Hansaviertel nach Berlin. In ihrem aufwühlenden und hochaktuellen Buch behandelt sie die großen Lebensthemen von Liebe und Tod, Krieg und Flucht, Familie und Heimat und beleuchtet die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf uns, die nächsten Generationen. Meiner geschätzten Freundin und Mitbewohnerin Monika ist damit ein emotional dichtes und spannendes Familienporträt gelungen, das ich allen wärmstens empfehle.

Optisch bereichert wurde der Salonabend durch die Aquarelle und Ölbilder der Berliner Malerin Sigrid Lüders und akkustisch durch die Kantaten von Bach und Händel, gespielt von der Pianistin Marija Mossburger.

 

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Es geht ums Tun und nicht ums Siegen

Ich sehe sie vor mir. Diese drei jungen Menschen, wie sie im Gefängnishof zusammenstehen und ihre letzte Zigarette miteinander teilen. Es ist der 22. Februar 1943. Sophie und Hans Scholl und ihr Freund Christoph Probst, angeklagt des Hochverrats, werden in wenigen Minuten ihr Leben unter dem Fallbeil verlieren.

 

Sie waren von bewundernswerter Tapferkeit, werden die Gefängniswärter später über sie sagen. „Wir sehen uns gleich in der Ewigkeit wieder“, sagt Christoph zum Abschied, als Sophie von ihrem Henker geholt wird. Ruhig und gefasst geht sie ihrem Tod entgegen. „Es lebe die Freiheit!“, ruft ihr Bruder Hans noch auf dem Richtblock. Kurz darauf folgt ihnen ihr Freund Christoph in den Tod.

 

Drei junge Menschen wurden ermordet, weil sie in einem unmenschlichen System für Menschlichkeit einstanden. Weil sie nicht gewillt waren, das himmelschreiende Unrecht hinzunehmen. Weil sie aufbegehrten gegen das große Morden um sie herum. Einem Morden, dem sie schließlich selbst zum Opfer fielen.

 

„Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den ihr um euer Herz gelegt habt“, hatten sie in einem Flugblatt der Widerstandsgruppe

„Die weiße Rose“ geschrieben. Eine Aufforderung, die für uns heute ebenso aktuell ist wie damals. Mit ihrem Vorbild machen sie Mut, für Menschlichkeit einzustehen und Zivilcourage einzuüben. Zivilcourage ist der Ernstfall. Und jederzeit können auch wir in eine Situation geraten, in der wir sie unter Beweis stellen müssen. Zivilcourage fordert die Tapferkeit des Herzens ein.

 

Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano, die wir für unseren Film Mut zum Leben porträtierten, machte in Gesprächen immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, die vielen Formen des Widerstands gegen das Nazi-Regime aufzuzeigen. 

"Ich sage den Jugendlichen in meinen Vorträgen immer, dass es einen deutschen Widerstand gegeben hat. Aber die wollen das oft nicht hören. 'Die haben doch alle mitgemacht', sagen sie mir. Dabei wurden so viele mutige Menschen umgebracht, Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen und andere, weil sie gegen die Nazis gekämpft haben. Darüber müssen wir sprechen. Und das müssen wir honorieren.

 

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"Und lieben, Götter, welch ein Glück!"

 

Schon der junge Goethe wusste um das Glückselixier par excellence: die Liebe. Denn nichts trägt mehr zu unserer Lebenszufriedenheit bei als geglückte Beziehungen, gute Freundschaften, harmonische Familienbande. Bestätigt wurde dies von Glücksforschern aus 50 Ländern im World Book of Happiness. Liebevolle Beziehungen gelten weltweit als der Garant für ein glückliches und zufriedenes Leben. Keine andere Handlung trägt mehr zur Steigerung des Wohlbefindens bei als Freundlichkeit untereinander und Fürsorge füreinander.


Sind wir vielleicht sogar bessere Menschen, wenn wir glücklich sind? Die eigenen Erfahrungen legen dies nahe: Denn wenn es uns gut geht, begegnen wir anderen Menschen weitaus freundlicher, großzügiger und aufgeschlossener als an den Tagen, an denen unser Stimmungsbarometer im Keller ist. Eine positive Lebenseinstellung, so bestätigen Forschungen aus der Psychologie, trägt zum Gemeinwohl bei. Familie, Freunde, Bekannte und das ganze Umfeld profitieren davon. Und da das Glück ausstrahlt und sich überträgt und vermehrt, je mehr wir es teilen, kann es ganze Gemeinschaften und damit auch die Gesellschaft verändern.

 

Davon handelt mein neues Buch 31 Wege, um das Glück zu finden. Denn ich bin davon überzeugt: Was die Welt heute dringender denn je braucht, sind glückliche Menschen!

 

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"Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume?"

 

„Ich bin so in Einklang mit dem zitternden Espen- und Pappellaub, dass es mir fast den Atem nimmt."


Diese Zeilen stammen von dem amerikanischen Philosophen Henry David Thoreau, der im 19. Jahrhundert in die Wälder zog, um sich ganz in den Kreislauf der Natur einzufügen. Hier schrieb er mit "Walden" das Kultbuch für Baumschützer und für Menschen, die sich nach einem naturverbundenen Leben sehnen.

 

Hier erfuhr der naturliebende Philosoph das, was wissenschaftliche Studien uns heute bestätigen: Die Natur heilt. Bäume spenden nicht nur Sauerstoff, sondern auch Glück, Trost und Stärke. Unter ihrem Schutz verlieren viele unserer Sorgen und Kümmernisse an Bedeutung. Neuesten Untersuchungen zufolge stärken Bäume auch unsere Gesundheit. Sie aktivieren unsere Kraftquellen, sodass wir schließlich erfahren können, was Thoreau in poetische Worte fasste:

"Wie sollte ich nicht in Einklang mit der Erde leben? Bin ich denn nicht selbst zum Teil Blatt und Humus?“ 

 

Da die Bäume so gut zu uns sind, liegt es nahe, uns für ihren Schutz einsetzen. Deshalb setze ich mich mit unserer neu gegründeten Bürgerinitiative Spreeufer zum Schutz des bedrohten Schleswiger Ufers ein, eines der letzten Biotope im Herzen Berlins. Hier können Sie die Petition für die bedrohten Bäume unterzeichnen.

 

In meinem neuen Buch 31 Wege, das Glück zu finden ist ein Kapitel Henry David Thoreau und der Naturverbundenheit als Weg zum Glück gewidmet.

 

 

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Das Neue Jahr steht vor der Tür

Schon bald finden Sie hier meinen ersten Artikel fürs Neue Jahr - lassen Sie sich überraschen....