Aus der Weisheit des Herzens leben

  „Brich auf, solange du kannst, zum Land deines Herzens.“ Der große Liebesmystiker Melvana Rumi wusste, dass die Antworten unseres Lebens im Herzen zu finden sind.  Wie aber können wir, die wir die meiste Zeit im Kopf leben, wieder in Kontakt mit unserem Herzen kommen und dessen Stimme vernehmen?

 

In allen Weisheitstraditionen der Welt gilt das Herz als das Zentrum von Liebe, Mitgefühl und Weisheit und damit als das Tor zum wahren Selbst. „Wenn du das Geheimnis des Buddhismus wissen möchtest, hier ist es: Alle Dinge sind im Herzen“, schrieb Zen-Meister Ryokan, und der indische Weise Ramana Maharshi sagte: „Das ganze Universum ist im Körper enthalten, der ganze Körper im Herzen. So ist das Herz der Kern des ganzen Universums“. Die christliche, jüdische und islamische Mystik eint die Überzeugung, dass das Herz der Ort ist, an dem der göttliche Funke des Menschen beheimatet ist. Dass das Herz weit mehr ist als die mechanische Pumpe, auf die es seitens der modernen Medizin reduziert wurde, bestätigt uns mittlerweile auch die Wissenschaft. Forschungen aus der Neurowissenschaft belegen, dass das Herz über ein eigenes Nervensystem verfügt, das große Ähnlichkeit mit dem des Gehirns aufweist. Das Herz fühlt also nicht nur, es denkt auch. Seine Zellen besitzen ein eigenes Gedächtnis und sind dazu in der Lage, Informationen zu speichern und auszutauschen. Experimente am kalifornischen HeartMath-Institut machten sichtbar, dass das Herz ein pulsierendes elektromagnetisches Feld erzeugt, das noch mehrere Meter vom Körper entfernt gemessen werden kann und von dessen Wellen Informationen übertragen werden. Wenn wir in Kontakt mit unserem Herzen sind, so legen diese Forschungsergebnisse nahe, werden wir Teil eines mächtigen Energiefelds, das nicht nur unser eigenes Leben vertieft, sondern uns zugleich mit den Menschen um uns herum auf unmittelbare Weise verbindet.

 


Online-Herzmeditationen mit Christa Spannbauer

am 01. | 08. | 29. Juni 2021 von 19:30 - 20:30 Uhr

„Lausche still und schweigend auf Dein Herz. Und wenn es zu Dir spricht, dann steh auf und geh, wohin Dein Herz Dich trägt.“ (Susanna Tamaro)

 

Mit Meditationen, Kontemplationen und Reflexionen machen wir uns auf den achtsamen Weg nach Innen, öffnen und weiten unser Herz und befragen die weise Stimme in uns: Was ist der Ruf meines Herzens? Wohin will mein Herz mich führen?

 

Zur Teilnahme auf Zoom einfach hier klicken: Meditationsgruppe All-in-one



Zum Herzen führen nicht große Straßen, sondern die stillen Wege, besagt ein türkisches Sprichwort. Deshalb begeben sich Menschen, die sich vor eine wichtige Entscheidung ihres Lebens gestellt sehen oder sich in einer Lebenskrise befinden, häufig auf einen Weg nach Innen. Manche brechen dann zu einer Pilgerwanderung auf, andere begeben sich auf einen Selbsterfahrungstrip nach Indien oder eine stille Wandertour durch die Alpen. Von jeher haben Menschen Berge erklommen, Ozeane überquert und Wüsten durchlaufen, um zu sich selbst zu kommen. Diese Wege stehen uns in der momentanen Krise leider nicht offen. Wir können aber auch weniger spektakulär Einkehr halten bei uns selbst, indem wir uns morgens auf unserer Meditationskissen setzen, mittags entspannt auf der Parkbank in die Sonne blinzeln oder beim täglichen Waldspaziergang in die Stille zu lauschen. Zweifellos erfordert es Mut, dem Ruf des Herzens zu folgen. Denn er lockt uns in unbekanntes Territorium. Wo mag er uns wohl hinführen, fragen wir uns verunsichert. Und wie finden wir ihn überhaupt? Manchmal ist er so tief in uns verborgen, dass wir ihn noch gar nicht recht erkennen können. Ein anderes Mal eröffnen sich mehrere Wege und wir wissen nicht, welchen wir wählen sollen. Dann mag es hilfreich sein, den Rat von Susanna Tamaro aus ihrem Buch Geh, wohin dein Herz dich trägt zu beherzigen: „Wenn sich dann viele verschiedene Wege vor dir auftun, und du nicht weißt, welchen du einschlagen sollst, dann überlasse es nicht dem Zufall, sondern setze Dich hin und warte. Lausche still und schweigend auf Dein Herz. Und wenn es dann zu Dir spricht, dann steh auf und geh, wohin Dein Herz Dich trägt.“

 

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