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Zuversicht! 40 Tage ohne Pessimismus

In einer Welt, in der sich das Negative ständig von selbst aufdrängt, sobald wir nur den Fernseher oder den Computer anschalten, braucht es jede Menge Entschlossenheit, sich auf das Gute und Positive auszurichten. Es lohnt sich daher, die 40-tägige Fastenzeit dafür zu nutzen, die Zuversicht in uns zu fördern und zu erforschen: Was kann mich darin unterstützen, mein Vertrauen in das Leben zu stärken? Und wie kann ich gerade in schwierigen Zeiten meine Hoffnung bewahren? 

 


Angst oder Liebe?

„Jeder von uns hat die Wahl, von Angst oder von Liebe erfüllt zu leben“, schrieb uns Albert Einstein ins Stammbuch. Angst und Liebe sind die zwei großen Kräfte, die die Welt regieren. Und es ist an uns zu entscheiden, welche Kraft wir stärken wollen. Wollen wir der Angst nachgeben und damit Misstrauen und Missgunst schüren? Oder wollen wir die Liebe stärken und dadurch Hoffnung und Zuversicht in die Welt tragen? Wir sehen es ja täglich: Wer der Angst verfällt, erlebt die Welt als einen gefährlichen Ort, da die Angst die Dinge wie in einem Zerrspiegel zeigt und damit weit bedrohlicher als sie in Wirklichkeit sind.

 

„Der fallende Baum macht Krach. Der Wald wächst lautlos“, besagt ein altes tibetisches Sprichwort. Es erinnert uns daran, nicht immerzu wie paralysiert auf die negativen Ereignisse zu blicken und auf die Menschen, die am meisten Krawall machen, sondern unseren Blick auf die unzähligen Menschen zu richten, die tagtäglich in aller Stille und ohne großes Aufheben dafür sorgen, dass die Welt sich weiterdreht. Denn ja, der Wald wächst leise, aber unaufhaltsam.

 

Zuversicht ist die Entscheidung, sich vom fallenden Baum nicht erschrecken zu lassen. Sie ist eine Haltung, für die wir uns in jeder Lebenssituation neu und bewusst entscheiden können. Wie nehme ich eine schwierige Situation, in der ich mich befinde, wahr? Reagiere ich darauf mit Besorgnis, Hilflosigkeit und daraus resultierender Wut? Oder bewahre ich meine Zuversicht und erblicke darin eine Herausforderung, die ich bewältigen und an der ich wachsen kann? Machen Sie sich bewusst: Mit jedem Mal, an dem es Ihnen gelingt, der Angst ins Auge zu blicken und eine Herausforderung zu meistern, wächst Ihr Vertrauen ins Leben. Damit tragen Sie einen Teil zur Heilung der Welt bei, die immer dann geschieht, wenn Liebe an die Stelle von Angst tritt.

 


Was wir von Optimisten lernen können

Optimisten sind nicht nur zuversichtlicher und glücklicher als ihre pessimistischen Zeitgenossen, sie scheinen sich auch mit weit weniger Problemen herumzuschlagen. Das hat jedoch weniger damit zu tun, dass das Schicksal es so gut mit ihnen meinen und sie von Krisen verschonen würde – nein, sie gehen diese nur mit einer anderen Einstellung an. Sie lassen sich von Schwierigkeiten nicht entmutigen, sondern sind davon überzeugt, dass sich für alles eine Lösung finden wird. Und selbst wenn es mal knüppeldick kommt, halten sie noch nach dem Quäntchen des Guten inmitten des Negativen Ausschau. Den Glückspilzen unter uns wurde diese Lebenseinstellung bereits als Kind mit auf den Weg gegeben. Doch keine Sorge: Auch wenn Sie nicht zu diesen Glückskindern zählen, so können Sie diese Zuversicht auch später jederzeit entwickeln. Es erfordert einzig Ihre Entscheidung, eine positive Grundhaltung einzuüben. Und die Konsequenz, diese Entscheidung dann auch in die Tat umzusetzen. Denn unser Gehirn verfügt nun einmal über eine ausgesprochene Negativitätstendenz. Aus evolutionären Gründen ist es darauf geeicht, bedrohliche Situationen blitzschnell wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Um dieser Tendenz des Gehirns, auf das Negative zu fokussieren und dabei das Positive aus dem Blickfeld zu verlieren, entgegenzuwirken, rät der Neuropsychologe Rick Hanson dazu, die schönen Dinge des Lebens ganz gezielt ins Blickfeld zu holen und bewusst auszukosten. Richten Sie Ihre Gedanken daher immer wieder auf das, was in Ihrem Leben rund läuft anstatt immer nur auf das Knirschen im Getriebe zu hören. Nehmen Sie die kleinen und großen Freuden des Lebens achtsam wahr. Und anstatt sich über eine Situation zu ärgern, die Sie sowieso nicht mehr ändern können, fragen Sie sich doch einmal: Was könnte daran Positives zu finden sein?   

 


Tipp: Jetzt ein Optimismus-Tagebuch führen

Eine optimistische Lebenseinstellung lässt sich trainieren. Die amerikanische Psychologin Suzanna Segerstrom rät in ihrem Buch Optimisten denken anders dazu, ein Optimismus-Tagebuch zu führen. Darin können Sie jeden Tag Ihre angenehmen und freudvollen Erfahrungen sammeln und positive Gedanken und Wünsche niederschreiben. Damit richten Sie sich gezielt auf das Positive in Ihrem Leben aus und stärken Ihre Zuversicht und Lebensfreude.

 


Zuversicht ist gesund!

Längst gilt es als wissenschaftlich gesichert, dass unser Geist darüber mitbestimmt, wie es unserem Körper geht. Dieser Zusammenhang ist durch die neue Mind-Body-Medizin bestens belegt. Auch wir selbst können in unserem Lebensumfeld immer wieder beobachten, dass zufriedene und zuversichtliche Menschen weit weniger anfällig sind für Infekte, psychische Störungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die eigene Lebenseinstellung scheint wie ein Kraftelixier auf die Gesundheit von Menschen zu wirken.  In der Medizin ist dieses Phänomen als der „Roseto-Effekt“ bekannt, benannt nach einem kleinen Ort im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania, dessen Einwohner über eine weit robustere Gesundheit verfügen als der Durchschnitt der US-Bürger. Dabei ist es nicht einmal so, dass sie besonders gesundheitsbewusst leben würden. Die Männer arbeiten schwer im Bergwerk und die Frauen in der einzigen Kleiderfabrik am Ort. Was sie aber von den Bewohnern anderer Orte unterscheidet, ist ihr ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl, das sie bei allen Schwierigkeiten zusammenrücken lässt und ihnen einen unverwüstlichen Optimismus verleiht. Mehrere Generationen leben unter einem Dach zusammen, Nachbarn helfen einander und feiern und lachen miteinander, Freunde sprechen sich ihre Kümmernisse vom Herzen.

 

Zuversichtliche Menschen, so fanden Forscher heraus, schaffen eine Art „geistiges Roseto“ in ihrem Leben. Indem wir also liebevolle Familienbande und Freundschaften pflegen, indem wir gut für uns und andere sorgen, in regem Austausch mit unserer Umwelt sind und einander in guten und schlechten Zeiten beistehen, kreieren wir eine positive Lebenseinstellung, die sich wie ein Lebenselixier auf Körper und Seele auswirkt. Es gibt uns die Kraft, selbst in den Stürmen des Lebens nicht zu verzagen und den vielfältigen Herausforderungen unseres Lebens beherzt entgegenzugehen.

 

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