Achtsamkeit & Verbundenheit. Meine Gastvorlesung an der Humboldt-Universität

Als ich vor vielen Jahren an der Würzburger Uni an meiner Promotion im Bereich der englischen Literaturwissenschaft brütete, erhielt mein Doktorvater einen Ruf von der Berliner Elite-Uni. Die Humboldt war damals wie heute ein Mekka der Geisteswissenschaft. Leider schlug mein Doktorvater die Ehre aus und nahm den Ruf nicht an. Und so blieb nicht nur er in Würzburg, sondern auch seine Doktorandin. Meine Doktorarbeit hängte ich dann aber bald schon an den Nagel. In der Geisteswissenschaft hatte ich letztendlich nicht das gefunden, wonach ich auf der Suche war. Das fand ich in den nächsten Jahren auf meinem intensiven Zen-Weg.

 

Doch da sich die Kreise im Leben immer wieder schließen, wurde ich nun von der HU zu einer öffentlichen Gastvorlesung am 18. April im Rahmen der Nachhaltigkeits-Ringvorlesung eingeladen (alle Details finden Sie hier). Ich habe das Thema Achtsamkeit & Verbundenheit: Warum wir ein neues Weltbild brauchen gewählt. Denn meiner Überzeugung nach ist es die achtsame Erfahrung der Verbundenheit mit der Natur, die uns dazu motiviert, uns für ihren Schutz einzusetzen. 

 

Nun erleben wir uns in unserem modernen Alltag jedoch meist alles andere als verbunden mit der Natur, sondern vielmehr als getrennt und gleichsam außerhalb ihr lebend. Und nicht nur das: Unsere Naturferne wird begleitet von einem Gefühl der Entfremdung von uns selbst. Ich werde daher in der Vorlesung der Frage nachgehen, wie wir wieder in intensiven und unmittelbaren Kontakt mit uns selbst kommen und in der Folge unser natürliches Eingebundensein in die uns umgebende Welt erfahren können. 

 

Die aus der buddhistischen Geistesschulung stammende Achtsamkeitspraxis erweist sich hierfür als eine wirksame Methode. Denn sie unterstützt uns darin, das eigene Leben und das Leben um uns herum mit allen Sinnen, mit einem wachen Geist und einem offenen Herzen wahrzunehmen.

 

Die Vorlesung gibt mir auch die Möglichkeit, einen meiner Lieblingsschriftsteller, den amerikanischen Naturphilosophen Henry David Thoreau, ausgiebig zu zitieren. Denn mit seinem Buch Walden oder Leben in den Wäldern schrieb er das Kultbuch für alle, die die Natur lieben und sich für ihren Schutz einsetzen. Die Frage stellt sich uns allen: 

"Wie sollte ich nicht in Einklang mit der Erde leben? Bin ich denn nicht selbst zum Teil Blatt und Humus?"

 

Die Gastvorlesung findet am 18. April um 16:00 Uhr an der Humboldt Universität statt,

Am Hausvogteiplatz 5-7 | Raum 0007. 

Herzliche Einladung an alle Interessierten!

 

 

 

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