Was die Überlebenden der Shoah jungen Menschen lehren

Für unseren Film Mut zum Leben porträtierten wir vier Auschwitz-Überlebende, die seit vielen Jahren und bis ins hohe Alter als Zeitzeug*innen unterwegs sind. Ihr erklärtes Anliegen ist es, dass ihre Botschaft von Toleranz und Mitmenschlichkeit die Jugend erreicht. Sie gehen an die Schulen, um Jugendlichen aus einer Zeit zu berichten, in der der Faschismus in Deutschland sein menschenverachtendes Potenzial freisetzte. Nie wieder soll etwas Ähnliches geschehen, nie wieder soll Menschen das angetan werden, was ihnen widerfahren ist.

 

 Zweifellos ist ihre Botschaft heute dringlicher denn je. Mit großer Besorgnis nehmen die Überlebenden des nationalsozialistischen Terrors den erstarkenden Neonazismus in Deutschland und Europa zur Kenntnis. Sie machen dagegen mobil, solange sie dies in ihrem hohen Alter noch können. Und rufen uns alle und insbesondere die Jugend dazu auf, ihrem Beispiel zu folgen: 

 

„Zeigt Zivilcourage. Helft einander. Schaut nicht weg, wenn Unrecht geschieht. Seid aufgeschlossen für ausländische Mitschüler. Und engagiert euch gegen jede Form von Ausgrenzung und Intoleranz“, antwortete die heute 93-jährige Esther Bejarano (Foto) auf die Frage von Schülern, was sie tun könnten, um dem wachsenden Rechtsradikalismus etwas entgegenzusetzen.

 

„Wer einem Zeugen zuhört, wird selbst zum Zeugen“. Die Worte des Shoah-Überlebenden und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel sind für mich wegweisend. Die Begegnungen und Freundschaften mit Esther Bejarano, Éva Pusztai-Fahidi, Jehuda Bacon und Greta Klingsberg sind für mich Auftrag, ihr Vermächtnis zu bewahren und ihre Botschaft von Völkerverständigung und Mitmenschlichkeit an die nächsten Generationen weiterzugeben.

 

Häufig werde ich von Schulen eingeladen, um unseren Film Mut zum Leben - Die Botschaft der Überlebenden von Auschwitz zu zeigen und Jugendliche zu Zivilcourage und Engagement gegen Rechtsradikalismus zu ermutigen. Ich freue mich über die Einladung des evangelischen Jugendhauses Burg Feuerstein, am 08. November den Film anlässlich des Gedenkens an die Reichspogromnacht zu zeigen. Am 09. November fahre ich weiter nach Bamberg, um dort am Dientzenhofer-Gymnasium Workshops zur Prävention von Antisemitismus zu halten.

 

 

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