Ostern & das Mysterium der Vergebung

„Wende dich nicht ab, halte den Blick auf die wunde Stelle gerichtet, denn dort tritt das Licht ein.“


Diese Worte des Liebesmystikers Melvana Rumi bringen für mich die Botschaft der Vergebung am deutlichsten zum Ausdruck. Wer sich für Vergebung entscheidet, wer sich achtsam und mitfühlend dem Leid im eigenen Herzen stellt, der bringt Heilung und Licht in das eigene Leben und das der anderen.

Mit der Entscheidung zur Vergebung machen wir uns bereit, das selbsterrichtete Gefängnis unserer verletzten Gefühle zu verlassen. Wir bahnen uns beherzt einen Weg durch Zorn, Enttäuschung, Groll und Traurigkeit. Das ist alles andere als einfach. Es braucht Mut, Entschlossenheit und einen langen Atem. Doch es lohnt sich. Vergebung ist eine Entscheidung für das eigene Lebensglück. Denn wer vergibt, verabschiedet sich vom Opfer-Status, übernimmt die Verantwortung für das eigene Leben und macht sich bereit für einen Neubeginn.


In meinen Vergebungsseminaren erfahre ich immer wieder, wie schmerzhaft es ist, mit geliebten Menschen nicht versöhnt und mit dem eigenen Leben nicht im Reinen zu sein. Und ich darf immer wieder die Erfahrung machen: Jeder Mensch trägt den Schlüssel zur Vergebung in der eigenen Hand. Vergebung ist ein Akt der Stärke. Und ein Akt der Liebe. Sie befreit den, der sie gibt und den, der sie empfängt. Wie wir mit Verletzungen umgehen, zeigt, wer wir sind, woran wir glauben und was uns wichtig ist im Leben.

In der Bereitschaft zur Vergebung konkretisiert sich für mich die Osterbotschaft. Sie öffnet dem Mysterium der Barmherzigkeit den Raum. Sie macht es möglich, den Glauben an das Gute im Menschen zu bewahren und zu hüten. Damit trägt die Vergebung entscheidend zum Frieden zwischen den Menschen und in der Welt bei.

 

In meinem Buch Vergebung befreit zeige ich anhand praktischer Übungen und Inspirationen die wichtigen Schritte auf dem Weg der Vergebung auf. 

 

 

 

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