"Gehorchen ist keine Rechtfertigung zum Handeln!" Hannah Arendt und die Pflicht zum Ungehorsam

Hannah Arendt war eine unerschrockene Denkerin und furchtlose Kämpferin für die Freiheit. Blinder Gehorsam und Unterwerfung waren ihr, der jüdischen Philosophin, die Nazi-Deutschland verlassen musste, ein Graus.

 

„Niemand hat das Recht, sein Gehorchen als Vorwand für die Rechtfertigung seines Handelns zu benutzen. Gehorchen ist keine Rechtfertigung für Handeln“, erklärte sie entschieden. Die Freiheit, davon war sie überzeugt, muss immer wieder neu errungen und der Impuls zum Mitläufertum immer wieder neu abgewehrt werden.

 

„Kein Mensch hat das Recht, Verantwortung an Andere abzugeben, jeder Mensch kann sich fragen, was er selbst zu seiner Geschichte machen möchte und was nicht“, mahnt uns Hannah Arendt. Denn es nützt weder uns noch der Welt, wenn wir uns klein machen. Vielmehr sollten wir unsere Größe zeigen, damit wir alle größer werden. Wir sollten uns von der Angst befreien, damit alle angstfreier leben können. Und uns selbst ermächtigen, um andere zu ermächtigen. Worum es geht, ist, nicht zu kuschen und sich anzupassen, sondern widerständig und eigensinnig zu sein. „Dazu gehört, dass man nicht Wir sagt, sondern dass man Ich sagt, dass man selbst urteilt.“


Mit ihrem Werk und ihrem Leben ruft Hannah Arendt dazu auf, sich aus dem selbstgeschnürten Korsett des Gehorsams zu befreien, den Maulkorb abzustreifen, den wir uns haben anlegen lassen und furchtlos aus der Reihe zu tanzen statt im Gleichschritt zu marschieren.

In meinem Buch 31 Wege, um das Glück zu finden habe ich das Kapitel "Eigensinn" dieser mutigen Denkerin gewidmet.

 

 

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