Mitfühlend und fürsorglich mit uns selbst umgehen: Wirksame Tipps von der MBCL-Lehrerin Dr. Christine Brähler

 

Es fällt uns im täglichen Leben oft erstaunlich schwer, fürsorglich und rücksichtsvoll mit uns selbst umzugehen. Wir sorgen gut für andere und vergessen dabei immer wieder uns selbst.

Im Mitgefühlstraining geht ist darum, zuerst einmal gut für sich selbst sorgen. In meiner Ausbildung zur MBCL-Lehrerin habe ich erfahren können, wie wohltuend und heilend Selbstmitgefühl ist.

Gerade für Menschen, die dazu neigen, streng mit sich selbst umzugehen. Liebevoll, nachsichtig und respektvoll sich selbst gegenüber zu sein, kann man wie einen Muskel trainieren. Davon ist die Psychologin Dr. Christine Brähler, eine Pionierin in der Erforschung von Selbstmitgefühl, überzeugt. Ich bat sie, einige alltagstaugliche Übungen für uns zusammenzustellen: 

Sich in schwierigen Zeiten Beistand schenken
Wenn ihr im Alltag von schwierigen Gefühlen wie Ärger, Neid oder Traurigkeit überwältigt werdet, empfiehlt sie die folgende Vorgehensweise:
1.    Nimm den Schmerz wahr: «Solche Gefühle sind schmerzhaft»
2.    Erkenne, dass es auch anderen Menschen so geht: «Es ist menschlich, so zu empfinden.»
3.    Sei gut zu dir: «Ich bin freundlich zu mir selbst.»
Frage dich dann: Was brauche ich jetzt? Was würde ich einem geliebten Menschen sagen, der in derselben Situation wäre? Was kann ich mir jetzt Gutes tun?
Die dritte Frage hilft, für sich selbst Sorge zu tragen. Vielleicht gönnst du dir ein warmes Bad, hörst dir ein tröstendes Lied an oder findest den Mut, dich abzugrenzen und eine schwierige Situation zu klären.

Sich selbst in den Arm nehmen
Geht es einem nahestehenden Menschen schlecht, nehmen wir ihn in die Arme, um ihn zu trösten. Dasselbe können wir auch für uns tun. Verschränke deine Arme und drück dich fest und liebevoll. Oder lege eine Hand auf die Mitte des Brustbereiches und spüre die Wärme. Schenk' dir ein inneres Lächeln. Der Körper reagiert darauf, indem er Hormone ausschüttet, die beruhigend wirken.

Wohlwollender Begleiter
Stell' dir vor, es gäbe jemanden, der dich innerlich wohlwollend begleitet. Dieses Wesen versteht und liebt dich bedingungslos und ist zudem weise, gelassen, mutig und fürsorglich. In schwierigen Situationen, in denen du dich verurteilst, schenkt dieser innere Begleiter dir tröstende, beruhigende oder ermutigende Worte. Hast du zum Beispiel Süssigkeiten gegessen, obwohl du auf Diät bist, verurteilt er dich nicht, sondern sagt Dinge wie: «Misserfolge sind menschlich. Es ist schwierig, Süßem zu widerstehen. Morgen ist ein neuer Tag, an dem ich mich um meine Gesundheit kümmere. »
Wann immer dein innerer Kritiker sich zu Wort meldet, stell' dir vor, was dein Begleiter stattdessen in dieser Situation sagen würde. Du kannst auch abends den Tag Revue passieren lassen und aufschreiben, was er in den jeweiligen Situationen zu dir gesagt hätte.

 

In meinen Seminaren erfährst du mehr dazu, wie du achtsames Selbstmitgefühl entwickeln kannst. Inspirationen findest du in meinem Buch Sei gut zu dir. Die Kunst der Selbstliebe.

 

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